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Sonntag, 13 Juni 2021

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Artikel > Askolds Grab. Die ersten Christen. Barbarei des Stalin-Regimes.

 Natalja Tschernezkaja – Kiewerin,   Journalistin.
Extra für „Prime Exkursion Bureau“.

Kiewer Stadtviertel Petschersk – ist ein besondere Ortschaft, die sich durch eigenes   Altertum kennzeichnet: die Wiege der russischen Orthodoxie – Höhlen-Kloster „Lawra“, einer der größten Befestigungskomplexe in Europa,  Stadtteil der Adligen „Lipky“… Es gibt hier auch ganz besondere Orte, die wahrscheinlich nicht so auffällig erscheinen, doch über unglaublich  starkes Kiewer Kolorit und die einmalige Aura des Altertums verfügen.  Gerade zu solchen Orten kann man sog. „Uhorskoje Urotschische“ (Ungarischer Hügel)  zählen, der heute mehr als Askolds Grab bekannt ist.

Worüber erzählen die Legenden

Sogar der Name dieser Gegend ist sehr eng mit der altertümlichen Geschichte, oder genauer zu sagen mit den  Namen der Kiewer Fürsten Askold und Dir verbunden. Es waren sie, die im unvordenklichen Jahr 866 einen Feldzug nach Konstantinopel unternommen.  Die „Russitschy“ waren damals sehr nah zum Sieg. Die Christen von Konstantinopel beteten doch zu Mutter Gottes sehr eifrig, damit Sie die Stadt vom Untergang retten könnte. Und das Wunder kam zur Hilfe: ein schrecklicher Sturm erhob sich, der die russische Flotte im Nu vernichtete. Nur durch ein Wunder waren die Fürsten selbst am Leben geblieben. Einer möglichen Zerstörung war  Konstantinopel entgangen und durch die Größe des Christentums überrascht, ließen sich Askold und Dir unverzüglich vor Ort taufen.

Nekropole auf dem Askolds Grab  (altes Foto)

Im selben Jahr hatte der Konstantinopler Patriarch Photios eine Urkunde an die östlichen Bischöfe versandt, in der er berichtete, dass die „Rossen“, welche Byzanz zu überfallen versuchten, bekennen schon Jesus Christus. Der byzantinische Kaiser Konstantin Porphyrogenitus bezeugte auch, dass sich der russische Fürst während der Regentschaft des Kaisers Basilius und des Patriarchen Ignatius, d.h. im Jahre 867,  taufen ließ.  

Laut der alten Legende sollte hier an Dnepr- Abhängen im Jahre 882 der Nowgoroder Fürst Rjurik (nach anderer Version – Heerführer des Nowgoroder Fürsten Oleg) die damaligen Kiewer Herrscher Askold und Dir auf heimtückische Weise ermordet und den großfürstlichen Thron bestiegen haben.   Die Legende widerspricht jedoch  den wissenschaftlichen Angaben: diese weisen darauf hin, dass  der Fürst Dir z.B. der Vorgänger des Fürsten Askold war und lange vor oben erfolgten Ereignissen verstarb sei.

Nekropole auf dem Askolds Grab  (altes Foto)

 

Der Fürst Askold selbst ist eine der markanten und zugleich geheimnisvollen Gestalten unserer Geschichte.   Es gibt die Auskünfte darüber, dass er in Konstantinopel in 860-er getauft worden war und den christlichen Namen Nikolaus erhielt.   Nach  Kiew zurückgekehrt, unternahm Askold alles Mögliche, um das Christentum in Kiewer Rus verbreiten zu können.  Die Legende behauptet, dass Askold von seinen Gefolgsmännern-Christen an der Stelle beerdigt worden war, wo er seinen Tod gefunden hatte. Auf seinem Grab war ursprünglich eine Holzkapelle errichtet worden, die  zu Ehren seines Himmelspatrons (Nikolaus) Heiligen Nikolaus von Myra eingeweiht wurde.  Seitens  Wissenschaftler und Forscher wird eine Hypothese aufgestellt, deren zufolge überhaupt keine Geschichte über die Ermordung von Askold und Dir existieren sollte und diese lediglich als ein „Folkloresujet“ gelten könne.   Das Askolds Grab wird jedoch auch heute als Grabstätte des Kiewer Fürsten gegolten.  

Wer hat St. Nikolauskirche gebaut?   

 

Zeichnung des ukrainischen Nationaldichters Taras Schevtschenko  "Askolds Grab"

Der Name des Baumeisters der ersten Nikolauskirche ist unbekannt, dennoch existiert diesbezüglich eine Reihe von Versionen. Laut einer davon sollte die Kirche auf Geheiß der apostelgleichen Fürstin Olga an der Mordstelle des ersten Fürsten in Kiewer Rus gebaut werden, der sich mit großer Liebe dem Christentum hingegeben hatte. Im Jahre 971 ist die Nikolauskirche von Olgas Sohn, dem kampflustigen Fürsten Swjatoslaw zerstört worden,  dessen Regentschaft sich durch die grausame heidnische Reaktion, Verfolgung der Christen und Vernichtung deren Kirchen kennzeichnete. Erst im Jahre 990 ließ der Großfürst Wladimir (der 988 Christentum offiziell eingeführt hatte) die St. Nikolauskirche an der Stelle der vormaligen wiederaufbauen. Es gibt auch andere Hypothesen und Annahmen.  

 

 „Auf diesen Hügeln ruht Gottes Segen…“  

Der alten religiösen Sage zufolge sollte der Apostel  Andreas vor zwei Tausend Jahren während seines Christianisierungszugs in Skythenländern die steilen Dnepr-Hänge gesegnet haben. Er hätte prophezeit, dass „auf diesen Hügeln der Gottes Segen erscheinen und eine blühende, mächtige Stadt mit unzähligen Kirchen entstehen würde“. Heute können wir sagen, dass die Prophezeiungen des heiligen Apostels  zustande gekommen sind. Im Jahre 2000 wurde hier anlässlich des 2000-Jahrestages der Christi-Geburt ein Denkmal (Bildhauer Schwetsow) für den Apostel Andreas (St. Andrew the First-Called) aufgestellt, das  seinen ruhmreichen Taten gewidmet ist. Gleich daneben ist ein Jahr später auch eine Andreas-Kapelle  zum Stadtfest feierlich eingeweiht worden. 

„Uhorskoje Urotschische“ galt immer für die Ortschaft einer der ältesten christlichen Gemeinden  in Kiewer Rus. Dies bezeugen u.a. die Ergebnisse der archäologischen Ausgrabungen, die 1853 in der Umgebung des Askolds Grabes vorgenommen worden waren. Die Wissenschaftler entdeckten hier die Höhlen-Mönchszellen des XI. Jahrhunderts, was ein aufschlussreicher Beweis dafür ist, dass hier einst ein altes Kloster existieren sollte. Voraussichtlich sollte gerade in dieser alten  Einsiedelei die Mutter vom hochwürdigen Feodosij (Theaodosius) Petschersky (Gründer des Kiewer Höhlenklosters) die Nonnengelübden unter dem Einfluss ihres Sohnes abgelegt haben.  

Interessant ist eine Episode im Leben des Kiewer Großfürsten Mstislav, Sohnes von Wladimir Monomach, die untrennbar mit diesem Ort verbunden ist. Es geht wiederum um eine Legende: es sollte im Jahre 1113 passiert haben, als der Fürst aus der Jagd zurückkehrte.   Er  war im dichten Wald vom Wege abgekommen, mit dem das heutige Stadtviertel „Petschersk“ bedeckt war. Während der Fürst versuchte den richtigen Weg zu finden, wurde er plötzlich vom grellen Licht beinahe verblendet, welches eine Reihe von Lichtsäulen ausstrahlte.  Auf einer der  Lichtsäulen erblickte er die ganz deutliche Gestalt von St. Nikolaus, die ihm auf wunderbare Weise auf den gesuchten Weg deutete. Zum Andenken  an seine vom Gott gesegnete Rettung ließ der Fürst Mstislav 1115 ein Mönchskloster gründen (ist auch nicht ausgeschlossen, dass das ursprüngliche 1096 gegründete und durch Nomaden Polovzy zerstörte wiederhergestellt wurde). Die alte Sage erzählt, dass an der Stelle der Erscheinung der Lichtsäule mit der Gestalt von St. Nikolaus eine säulenförmige Kapelle entstand, welche die Richtung zum Kloster auf dem Askolds Grab aufwies. Die Zeit verging und im Jahre 1715 ist auf Geldmittel des Kiewer Gouverneurs Dimitri Golizin an der Stelle der baufälligen Holzkirche eine neue Steinkirche errichtet worden. Das war ein eigenartiges säulenförmiges Bauwerk mit der emporragten Kuppel.

Umgebaute Kirche in der Sowjetzeit.

Gotteshäuser auf dem Askolds Grab    

Vieles hat das alte Kiew erlebt  und nach wie vor wurde das Askolds Grab durch die erneuernden Holzkirchen „gekrönt“.  Das XVI. Jahrhundert  war für das Kloster besonders schwer: hier erschienen die „Uniats“ (member of the Uniat Church).  Das Kloster in Besitz genommen, hatten sie es nicht nur geplündert, sondern auch die heiligen Gefäße und Bücher vernichtet.

St. Nikolauskirche auf dem Askolds Grab  (Bilder von heute)

Die neue Seite in die Klostergeschichte ist während der Regierungszeit von Hetman (politischer und Militärführer, Anführer der ukrainischen Kosakeneinheiten) Ivan Mazepa eingeschrieben. 

 Mit seinem Namen  ist der allgemeine Aufstieg des kulturellen Lebens in Kiew sowie in der Ukraine verbunden. Auf dem Hügelgipfel über der Nikolauskirche wurde im Zeitraum 1690-1696 auf Kosten des Hetmans eine majestätische Fünfkuppelkathedrale  im ukrainischen Barockstil errichtet. Das Projekt stammte vom Architekten Ossip Starzev, der  einst im Moskauer Kreml tätig war.  Man pflegte diese Kirche mit der Zeit als „Großer Nikolaus“ und die alte als „Kleiner“ zu nennen. Im Jahre 1732 ließ der Metropolit Raphail Zaborovsky das Territorium des Klosters entsprechend in zwei separate Kloster zu teilen: Großer Nikolaus und Kleiner. Sie wurden von Gläubigen und Pilgern sehr aktiv besucht, weil sie auf dem alten Wege zum Höhlenkloster „Lawra“ lagen. Seit 1830-er gerieten beide Nikolaus-Kloster innerhalb der Grenzen von großer Petschersk- Verteidigungsfestung. Die damalige Militärbehörde ließ die Kirche auf deren Gelände ins Gotteshaus umfunktionieren, wo die Gottesdienste  für die Armeeangehörigen  der Stadt und der Festung abgehalten wurden.  Sie wurde in Militär- Nikolaus-Kathedrale umgetauft. Ihr Schicksal ist schon eine andere Geschichte.

 Imperator veranließ persönlich die Kirche zu aufbewahren 

 Jetzt kommen wir auf die alte Holzkirche auf oben erwähntem Hügel zurück. Die meisten Mönche sind in die Zellen umgezogen, die ringsum Mazepa-Kirche angeordnet waren und am Fuße des Hügels befand sich der Klosterfriedhof mit der Holzkirche, welche ihre ursprüngliche Bedeutung als Hauptkirche verloren hatte und zur Friedhofskirche wurde.

Die heutige Steinkirche auf dem Askolds Grab ist auf das Geldmittel des Bürgermeisters der Stadt Woronezh, des Kaufmanns Samuel Meschtscherjakow zum Andenken an seine Gattin Alexandra  gebaut worden, die während der Wallfahrt in Kiew 1809 verstarb. Autor des Projektes war Architekt Andrei Melensky - Schüler der großen russischen Baumeister Bazhenow und Kazakow. Vom Standpunkt der Architektur, stellte die Kirche ein vortreffliches Muster des russischen Klassizismus dar.

Die prachtvolle Ikonenwand (Ikonostas) der St. Nikolauskirche ist auf Kosten des Kubaner Kosakengenerals Demidowsky (späterhin neben der Kirche bestattet) geschaffen worden.  Die innere Bemalung der Kirche ist im Jahre 1856 vollendet worden.

Einige Jahre zuvor, und zwar 1847, drohte der Kirche eine Schadengefahr: wegen des Erdrutsches entstand an deren Mauer ein tiefer Riß. Der in jener Zeit in Kiew gastierte Imperator Nikolai I veranließ persönlich die Kirche zu aufbewahren.  Er  widersprach sicherlich den Zweifelnden: «Kein Abfall droht der Kirche, sie benötigt lediglich eine Fundamentstütze und soll weiter stehen».

Seit 1786 existierte um Kirche herum ein Friedhof, wo viele hervorragenden Persönlichkeiten, angesehenen Kiewer ruhten, darunter: Professor für Medizin F. Mering, Autor der sog. „Todesschlinge“, Militärflieger P. Nesterow, Theaterkunstschaffende M. Solowzov, Sammler W. Tarnovsky, Kiewer Architekt H. Schleifer,  Mäzen der ukrainischen Kultur W. Simirenko, Vertreter der namhaften Dynastie Tereschtschenko und viele andere.

„Askolds Grab“ wurde allmählich zu einem der schönsten Orte in Kiew. „Reich des weißen Marmors“ nannten die Kiewer diese Nekropole. Es gab hier Dutzende von eigenartigen Familiengrüften, Hunderte von künstlerisch wertvollen Weißmarmordenkmälern, die von besten Bildhauern  damaliger Zeit im italienischen Stil aufgeführt. Die Grabstätten waren mit üppiger Vegetation und Blumen umgeben.  

Die Nekropole verfügte über eine wunderschöne Orangerie, welche der bekannte Gärtner, Hieromonachos Rafael pflegte. Er hatte übrigens die Universitätsausbildung. Gerade er hatte die Struktur der Fußwege, neun Kaskadenterrassen für die Bestattungen ausgearbeitet, die Treppen und Übergänge gebaut. Vorher erfolgten die Beerdigungen chaotisch.

Durch die Schönheit und Romantik dieser Ortschaft begeistert, schrieb ein Zeitgenosse: „… Auf diesem Friedhof, unter dem warmen blauen Himmel, in diesem Labyrinth von Grün und Blumen vergisst man an den Tod mit all dessen Grauen zu denken und erinnert sich nur an den erfreulichen Tag der Auferstehung. Von diesem Hügel aus eröffnet sich ein bezaubernder Blick auf den mächtigen Dnepr und seinen weiten Ufern“.

Ungnädiges XX Jahrhundert

Diese malerischen Orte waren immer mit Legenden und Sagen umgehüllt. Wie ein Magnet  zogen sie an sich die Schriftsteller, Dichter, Maler. Askolds Grab wird auch in den Werken des ukrainischen Nationaldichters Taras Schevtschenko erwähnt. Der Schriftsteller Sagorsky widmete diesem Ort den ganzen Roman, der dem Libretto der berühmten Oper von Verestovsky zugrunde liegt. Diese Oper erfreut sich großer Popularität und man kann sie im Repertoire vieler moderner ukrainischer Theater sehen.
Die letzte vorrevolutionäre Rekonstruktion der Kirche erfolgte Anfang des XX. Jahrhunderts und ist mit dem Namen des in ganz Russland bekannten blinden Bischof-Asketen Sylvester Malevansky verbunden, der 1908 verstarb. Im Kellerraum der Kirche war die St. Sylvester-Kapelle untergebracht, deren Opferaltar sich unter dem Grab des Asketen befand.

Das XX. Jahrhundert erwies sich letztlich der alten historischen Stätte gegenüber leider als unbarmherzig.  Die Bolschewiken (Kommunisten) hatten eines der kostbarsten Kiewer Heiligtümer nicht verschont und missachteten das Gedenken an die hier ihre ewige Ruhe gefundenen Menschen. Nach der Errichtung der Sowjetmacht in Kiew wurde die Kirche geschlossen und bald darauf im Jahre 1936 wurde sie ins Restaurant umfunktioniert (!). 1938 hatte der Architekt P. Jurtschenko das ehemalige Gotteshaus in eine Art Parkpavillon umgebaut, indem die Kuppel durch eine  ionische Durchgangskolonnade ersetzt wurde. Gleichzeitig wurden der Glockenturm (Anfand des XX. Jahrhunderts), Haus des Klostervorstehers und die Klostermauer (XIX. Jh.) abgerissen.

Laut Befehl des sog. „Volkskommissars“ der USSR für Ausbildung, Genossen W. Satonsky wurde auch auf barbarische Weise die Nekropole auf dem Askolds Grab vernichtet.   Die kämpferischen Gottlosen   hatten folgendes Urteil dem altertümlichen Kloster gesprochen: «Askolds Grab als Friedhof muss liquidiert und die Kirche geschlossen werden. Die Grabmäler sind als Baumaterial sowie für die Gestaltung von Parken einzusetzen; ist erwünscht, dass die großen Marmorblocke für die Fertigung der Skulpturen benutzt werden“.

Die prächtige Nekropole wurde dem Erdboden gleichgemacht und an deren Stelle ein Park angelegt. Seit jener Zeit tritt man die sterblichen Überreste der Menschen mit den Füßen, welche die Blüte unserer Nation   verkörpern…  

In der Zeit der Besetzung der Stadt während des Zweiten Weltkrieges befand sich hier ein deutscher Friedhof, der nach der Befreiung Kiews entfernt wurde. Nach 1945 wurde dieser Ort zur Begräbnisstätte  der während der Befreiung der Stadt gefallenen Soldaten und Offizieren. Im Jahre 1957 wurden ihre sterblichen Überreste in den Park des Ewigen Ruhmes übertragen und beigesetzt.


Eine kleine Hoffnung bzgl. evtl. Wiederherstellung des Komplexes auf dem Askolds Grab tauchte nach der Eröffnung des Museums für die Geschichte Kiews 1979 auf, dessen Zweigstelle er wurde.  Damals wurde die Rotunde teilweise instand gesetzt und die Saisonausstellungen wurden drin veranstaltet. Doch weiter ging es nicht. Der Grund war banal – keine Investitionen.

Im Jahre 1992 wurde die verstümmelte Kirche der griechisch- katholischen Gemeinde Kiews für die Gottesdienste übergeben. Im Laufe der letzten Restaurierung (1997-98, Architekt W. Chromtschenkov) erhielt St. Nikolauskirche ihr ursprüngliches Aussehen. Im Halbkellerraum errichtete man die Kapelle zu Ehren des Römischen Papstes St. Sylvester. Die Kirche wurde am 22. Mai 1998 vom damaligen Bischof-Exarch der Kiewer-Wischgoroder Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche Lubomir Husar eingeweiht.

Ein echtes Wunder, nicht wahr?

Es gibt in der Kirche ein Heiligenbild  – Ikone der Mutter Gottes (aus Zarvanitsa). Das ist eine Nachbildung  des wundertätigen Originals, das sich im kleinen Städtchen Zarvanitsa des Ternopol-Gebiets befindet.  Man sagt, dass jedes Abbild der wundertätigen Ikone auch die teilweise Kraft des Originals besitzt. Davon konnten sich die Kiewer schon mal überzeugt haben.  Dies passierte einst spät in der Nacht während der Renovierung, als niemand auf dem Bauplatz war. In der Kirche war Feuer ausgebrochen. Dieser Ort ist entlegen und die Kirche könnte bis auf den Grund abbrennen bevor jemand den Brand bemerkt hätte.  Alles   auf seinem Weg vernichtend, näherte sich das Feuer der Ikone und plötzlich… war erloschen.  Der Brand hörte selbst auf und die Kirche ist heil geblieben.  Die Ikone ist auch unverletzt geblieben, nur deren Eckstück ist ein bisschen verbrannt. Ein echtes Wunder, nicht wahr?

Wundertätige Ikone Mutter Gottes (aus Zarvanitsa). Papst vor der Ikone Mutter Gottes (aus Zarvanitsa). Heiligenbild von St. Nikolaus Wundertäter.

St. Nikolauskirche auf Askolds Grab ist auch dadurch bekannt, dass sie das erste Gotteshaus war, welches der Papst Johannes Paul II während seiner Apostolischen Reise in der Ukraine im Sommer 2001 besucht hatte.

Im Jahre 1992 wurde in der Nähe der St. Nikolauskirche ein hölzernes Kreuz zu Ehren der jungen Leute-Patrioten, Studenten, aufgestellt, welche auf dem hiesigen Friedhof 1918 bestattet worden waren. Sie sind im ungleichen Kampf mit bolschewistischen Horden des Kommunisten Murawjow im Vorort Kiews Kruty gefallen.

Nicht weit von hier steht ein Gedenkstein auf dem Ungarischen Hügel (Uhors´ka Hora). Hier soll sich laut einer Legende das Volk der Magyaren bei ihrer Völkerwanderung vom Wolgagebiet ins heutige Ungarn Ende des IX. Jahrhunderts eine Weile aufgehalten haben, bevor es weiterzog.    

Gedenkstein zum Andenken an Aufenthalt von Ugren (heutigen Ungarn) Ende des  ІХ. Jhrs. Denkmal für Aposteln Andreas Andreas-Kapelle

Eine erstaunliche Glückseligkeit herrscht auf hiesigen Hügeln. Fürst Askold bleibt in der Erinnerung der echten Kiewer. Es scheint, dass hier das Grün etwas greller und die Luft  etwas reiner seien sowie die Vögel lebhafter singen… Hier pflegen die Kiewer Schulabgänger ihrem ersten schon „erwachsenen“ Tagesanbruch zu begegnen.  Hier hat jeder eine Chance auf eigenes Wunder: der alte Volksglaube sagt, dass man gute Träume die ganze Nacht durch haben würde, wenn man um die Kirche mal herumgeht…