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Kadettenkorps (jetzt ist da das Verteidigungsministerium der Ukraine) am Anfang des 20. Jahrhunderts, Kiew
 
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Kadettenkorps (jetzt ist da das Verteidigungsministerium der Ukraine) am Anfang des 20. Jahrhunderts, Kiew
Sonntag, 13 Juni 2021

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Artikel > Kiewer Stadtfest

Skibin Evgeniy,
Stadtführer, Dolmetscher

 

 

Das Stadtfest in Kiew wird offiziell am letzten Mai -Wochenende gefeiert. Dessen  Ursprung ist auf die großzügigen Feierlichkeiten 1982 zurückzuführen, die dem 1500-jährigen Jubiläum der Stadt Kiew gewidmet worden sind, obwohl die Glaubwürdigkeit dieses Datums  in großen Zweifel gezogen wird.

Einerzeit wurde es um einen orthodoxen Kalender des XIX. Jahrhunderts gestritten, der in einem der Kiewer Gymnasien aufbewahrt war.  Dieser Kalender enthielt  die Information, welche darauf hinwies, dass Kiew angeblich nicht 482, wie man  laut der ersten schriftlichen Erwähnung Kiews anzunehmen pflegte, sondern 430 gegründet werden sollte. Das Jahr 482 wurde auch  zum Vorwand das Jubiläum unserer Stadt zu erklären.
Allerdings  hat auch das neu aufgetauchte Datum keine unwiderlegbare Grundlage, doch wurde  zu einem Anstoß für weitere Fortsetzung von Erforschungen hinsichtlich  des  möglichen Alters  unserer Stadt.

Die Stadtverwaltung ließ dann die wissenschaftliche Erforschungsarbeit diesbezüglich entfalten. An die Leitung  der Stadt wandten sich wiederholt die Gruppen von Wissenschaftlern und Historikern mit der Behauptungen, dass  die Hauptstadt  der Ukraine tatsächlich viel älter sein sollte, als das offiziell verkündete Alter.

Davon können die zahlreichen archäologischen und historischen   Untersuchungen zeugen, die in XVIII-XX. Jahrhunderten auf dem historischen Areal  Kiews durchgeführt wurden.

 

Was  Datum des Jahres „482“ angeht, so ist dieses 1982 unter dem Druck der damaligen Leitung  des Zentralkomitees der KPdSU bestätigt und durch keine objektiven Angaben begründet worden, so die Zeitgenossen. Abgesehen davon, muss man doch gestehen, dass durch den Kreml „genehmigtes“ Alter  von 1500 Jahren ganz  beeindruckend  wirken sollte, insbesondere   in  Rücksicht darauf, dass  Moskau im selben Jahr mit seiner 835 - jährigen Geschichte prahlen konnte. Übrigens sind einige Fachkräfte  darin überzeugt, dass mehr real vermutetes  Alter unserer Stadt  wenigstens auf 2-3 Jahrhunderte und nicht auf 53 Jahre zurückverlegt werden sollte. Das genaue Stadtalter  festzustellen ist grundsätzlich unmöglich – die ersten  Niederlassungen auf dem  heutigen Territorium Kiews sollten schon ca. 30 000 Jahre zuvor existieren.

Auf das vorstehende zurückkommend, muss darauf hingewiesen werden, dass damalige Regierung der UdSSR sehr ungern auf die Durchführung der  Feierlichkeiten in Kiew anlässlich  des 1500-jährigen Jubiläums eingegangen war.   Mit großer Mühe wurde der gemeinsame Beschluss des ZK der KPdSU  und des Ministerrates der UdSSR diesbezüglich gefasst.  Dies erklärte sich durch die Tatsache, dass nur den Städten Moskau und Leningrad damals erlaubt wurde ihre Jubiläen zu feiern. Nur die Hauptstadt von Uzbekistan Taschkent hatte ihren 2000- Jahrestag begangen. Die Stellungnahme  seitens Kremlbeamten der «Mutter der russischen Städte» gegenüber sah irgendwie  seltsam aus. Man sollte die Moskauer Parteigenossen  überzeugen, dass Kiew eigentlich eine tatsächlich altertümliche Stadt sei.
 
Es wurde letztendlich gestattet die Feierlichkeiten zu veranstalten, doch keine einzige Kopeke war im Staatshaushalt der Sowjetunion dafür vorgesehen.
 

 

 

Gerade in diesem kurzen Zeitraum wurde unsere Stadt durch die vortrefflichen Denkmäler geziert, wie z.B. das Monument  für die Gründer der Stadt am Dnepr-Kai. Dieses Monument wird im Volke Ladja genannt, was die Benennung der kleineren Kampschiffe im alten Russland  war. Man sieht hier die legendären Gestalten von Polianen-Stammsfürsten – die Brüder Kij, Stschek, Choriv und ihre Schwester Lybid. 
Dieses Denkmal des Bildhauers Vasily Borodaj wurde in kurzer Zeit  zur Visitenkarte  unserer Stadt und zur Lieblingsstätte jedes Brautpaares, wo traditionsgemäß die Blumensträuße  niedergelegt und Champagne getrunken werden. Die Kiewer selber haben diese Aufgabe übernommen, indem die entsprechenden Kosten teilweise aus dem Stadthaushalt finanziert  wurden; die meisten Großbetriebe, Unternehmen, Institutionen,  Verwaltungsbehörden jedes von 12 Stadtvierteln verpflichteten sich an der Vorbereitung zum Jubiläum teilzunehmen. Im raschen Tempo wurden die alten historischen Denkmäler,  die  Sehenswürdigkeiten der Kultur und Architektur rekonstruiert,  wiederhergestellt, es entstanden neue Gedenkstätten,  das alte Stadtzentrum  erhielt  allmählich sein ursprüngliches  Antlitz.
 

 

 

Bemerkenswert ist, dass die berühmte  historische Sehenswürdigkeit Kiews – das Goldene Tor restauriert wurde. Es war die Haupteinfahrt in die Stadt des XI. Jh. und gehörte damals zum System der Stadtbefestigungen. Früher stellte  dieses Tor ein zweistöckiges Gebäude mit einer Kirche im Obergeschoß dar, die zugleich als Wachturm diente. Der Ursprung des Namens wird diskutiert, doch die Ähnlichkeit mit der Porta Aurea in Konstantinopel war unverkennbar. Das vorher stark zerfallene Bauwerk ist seit 1982 originaltreu renoviert.
Der berühmte russische Komponist Mussorskij schuf ein Musikstück „Bilder einer Ausstellung“, der letzte Satz ist dem Goldenen Tor gewidmet, er heißt „Das Große Tor von Kiew“.
Es wurde auch die Säule des Magdeburger Rechts erneuert. Dieses Monument entstand 1802-1808  anlässlich der Bestätigung der Rechte und Freiheiten, die der Stadt noch im XV. Jh. gewährt wurden. Es entstanden auch neue „sowjetische“ Denkmäler, wie eines davon der Freundschaftsbogen (Monument zu Ehren der Wiedervereinigung der Ukraine mit Russland). 1982 war gerade der 60. Jahrestag der Gründung  der UdSSR.
 

 

Es gelang ein neues Leben der schon recht vernachlässigten uralten Andreas-Straße einzuhauchen. Die Andreas-Straße (bzw. Andreas-Steig) wurde einigermaßen in Ordnung gebracht und seit 1984 ist eine Tradition  herausgebildet hier die Vernissage zu veranstalten, wodurch sie zu einer Art  Kiewer „Montmartre“ wurde.

 


  Es kostete viel Mühe das Kopfsteinpflaster, Gehwege sowie die originaltreuen Laternen in der Andreas-Straße im alten Stil wiederherzustellen. Die ganze hügelige Ortschaft, wo angeblich  die ursprüngliche Stadt von drei Brüdern Kij, Stschek und Choriv gegründet worden war, wurde sorgfältig in Ordnung gebracht und kann heute eine gute Vorstellung von dem Aussehen Kiews in vergangenen Zeiten liefern. Auf solche Weise entstand hier ein eigenartiges Freilichtmuseum, wo auch ein Netz von Künstlerateliers, Ausstellungen und Gemäldegalerien sowie kleine Theater, Cafes  etc. vorhanden .  
Es wurde „Samson“- Brunnen auf dem Kontraktplatz des alten Stadtviertels Podol rekonstruiert. Dieser Brunnen ist dadurch berühmt, dass er ein Bestandteil des alten Wasserversorgungssystems der ersten Kiewer Wasserleitung war. An dieser Stelle befand sich ein Wasserbehälter,  der noch aus den alten Zeiten der Kiewer Rus stammte. Kiewer Wasserleitung war gleichzeitig die erste im ganzen Russland.   „Samson“-Fontäne besitzt noch eine Funktion als Sonnenuhr,  die auch heute den Kiewern dient.
Nach dem Abschluß der grandiosen Feierlichkeiten, die dem 1500-Jahrestag Kiews gewidmet waren, wurde es auf einmal  traurig zumute, und entstand  ein Gedanke: solle denn nicht dieses Fest jedes Jahr Ende Mai durchgeführt werden?, so  der damalige Oberbürgermeister Herr Zgursky. 
Gerade an herrlichen Frühlingstagen, als die Kastanien so üppig blühen und Kiew beinahe in deren Blüte gebettet ist! Die Spezialisten der Kiewer Behörde, die für die Begrünung der Stadt zuständig ist, haben damals in unserer schönen Stadt über 2 Mio. Kastanienbäume gezählt! Kastanienblüte mit  5 Blättern ist übrigens das Wahrzeichen der Stadt.

Auf solche Weise wurde die Entscheidung getroffen, die Idee aufzubewahren und weiterzuentwickeln, welche in den Tagen des 1500-jährigen Jubiläums realisiert worden war.

Seit jener Zeit wurde das Stadtfest zur schönsten, erfreulichsten sowie ersehnter Feier für alle Kiewer und zahlreiche Gäste, die traditionsgemäß  aus vielen Städten der Ukraine und aus dem Ausland in Kiew eintreffen. Man freut sich aufrichtig  auf das Frühjahrfest, dessen Schönheit und  künstlerische Besonderheiten so beliebt werden.  

Über 25 Jahre hindurch wird der Geburtstag unserer Stadt gefeiert und  jedes Mal ist er nach seinem Geist und Inhalt verschieden. Es entstanden neue fest eingebürgerte Traditionen, wie z.B. die Aufstellung von jeglichen Denkmälern, Gedenkstätten, der Bau neuer oder die Wiederherstellung der alten Kirchen,  die feierliche Eröffnung einer weiteren Metro-Station, Errichtung von Buvetten mit Trinkwasser etc.  

Und  was die Zahl von mannigfaltigen Kultur-, Unterhaltungs,- und Sportveranstaltungen betrifft, so lässt es sich schwierig diese zu zählen.

An diesen Tagen wird Andreas-Steig - unser Künstlerviertel - zum echten „Epizentrum“ der Feiern. Hier treffen Künstler, Volksmeister, Amateure, Musikanten aus der ganzen Ukraine ein, um  ihre zahlreichen Meisterstücke des  Kunstgewerbes anzubieten, mit schöner Musik und liebevollen Gesängen  die Leute zu amüsieren.  Die Vernissage zu dieser Zeit erobert durch ihre unglaubliche Ausmaße.

Hier kann man die echte Volksmusik und wunderbare Gesänge von Profis und Amateuren,  talentvolle Jazzimprovisationen sowie ewigen Rock 60-80-er live hören und genießen.      

Außer Andreas-Steig  bietet Kiew an diesen Tagen viele andere Orte an, wo man herrlich die Zeit  verbringen kann.  Auf dem sog. „Singfeld“ werden die traditionellen Festspiele der Chorkunst durchgeführt, an denen sowie die professionellen, als auch Amateurchore und Kapellen teilnehmen. 

Traditionsgemäß findet samstags früh auf der Hauptstraße Kreschtschatik und ihrer Fortsetzung Bolschaja Vassilkovskaja-Str. der Marathonlauf statt. Im vorigen Jahr wurden zusätzlich dazu noch  Rollermarathon und Meisterschaft in Moderntanzen veranstaltet.

Zum ersten Mal in der Geschichte des Stadtfestes wurden die Sonntagsfeierlichkeiten  durch die Biker gestartet. Auf der Kreschtschatik-Str. fand grandiose Parade „KievBikeShow“ statt, an der sich über 2000 Biker aus 11 Ländern beteiligten. Auf dem Programm standen die Musterstücke  von Motostuntmen und Rock-Konzert.  Die Show verlief unter dem Motto «Biker für gefahrlosen Verkehr». Deren Teilnehmer  riefen die Kiewer  auf, die Verkehrsregeln streng einzuhalten und auf jede mögliche Weise  die Sicherheit auf den Straßen zu fördern.
Einer der beliebtesten Orte dieser Feier ist das Freilichtmuseum der Volksarchitektur und Lebensweise „Pirogovo“. Hier kann man das ukrainische Dorf in seiner Eigenart wahrnehmen, Gastfreundschaf deren Wirte und den Geist der ukrainischen Folklore spüren sowie die berühmten ukrainischen Spezialitäten kosten.  Außerdem werden hier bei guten Wetterbedingungen die Luftdrachen-Wettbewerbe organisiert.

Wie schon vorstehend erwähnt wurde, kennzeichnet sich der Stadtfest durch zahlreiche Sportmaßnahmen. Dazu gehören auch die Meisterschaften im Radfahrtsport und Segelregatta. Es ist ein unvergesslicher Blick auf dem  Wasserspiegel  des Dnepr gleichzeitig bis und über 100 Segelboote zu sehen. Es besteht auch die Möglichkeit zu jeder Zeit eine reizende Ausflugbootsfahrt zu unternehmen.
Auch die jungen Leute  und Teenagers werden nicht außer Acht gelassen, welche  Lust haben  36 Stunden hindurch zu tanzen. Auf dem Gelände des Flugplatzes "Tchaika“ („Möwe“) fand voriges Jahr der Festival  „Free Fat Fest“ für  die Anhänger des schwindelnden Drives statt. Das Konzert fand am 24. Mai um 21.00 Uhr an und war erst um 06.00 Uhr am Montag zu Ende. Unter aktivsten Teilnehmer des Festivals waren:   Black Strobe, Stereo MC’s, Cold Cut, DJ Food, Michael Gray,

Montefiori Coctail, Stephan Bodzin b2b Oliver Huntemann und viele andere.
 

 

Tief in der Nacht hat alle Kiewer die beeindruckende Laser-Show überrascht, die auf dem Riesenareal von 220 ha zu sehen war.

Das Stadtfest wurde mit dem traditionellen Gala-Konzert auf dem Zentralplatz der Hauptstadt und einem mächtigen Feuerwerk abgeschlossen.

Es ist tatsächlich unmöglich allseitig die beliebteste Stadtfeier zu beschreiben, auf die sich die Kiewer jedes Mal sehr  fleißig vorbereiten und darauf stolz sind.

Es ist besser einmal zu sehen, als hundertmal zu hören. Kommen Sie zu uns gelegentlich und würden sich selber darüber überzeugen!