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Stadt Chotin, Festung 13 – 18. Jh., A. Newski-Kirche 19. Jh., Fluss Dnestr, Czernowitz-Gebiet
 
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Stadt Chotin, Festung 13 – 18. Jh., A. Newski-Kirche 19. Jh., Fluss Dnestr, Czernowitz-Gebiet
Sonntag, 15 September 2019

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Artikel >  Gotik über der Stadt

 

 

Blick auf den Dom

Pavel KovaljovJournalist,
extra für "Prime Excursion Bureau"  

110 Jahre zuvor hatte man auf der Wassilkovskaja-Straße - die schon damals eine rege Stadtmagistrale war- etwas Ungewöhnliches beobachtet: in einer Riesenbaugrube rammte man die Betonpfähle ein. Zehn Jahre sind vergangen, bevor sich im Dezember 1909 die spitzigen Türme des katholischen Doms über der Stadt erhoben. So entstand der St. Nikolaus-Dom in Kiew.  

In jenen stürmischen Zeiten drang der technische Fortschritt in unsere Stadt mit präzedenzloser Geschwindigkeit ein.

 Auf den Straßen klapperten die Straßenbahnwagen,  funktionierte schon die Standseilbahn „Funiculaire“, die Wohnungen von Kiewern   erschütterten die Telefonklingeln, qualmten die ersten Autos.

„Bau-Mekka“… des Imperiums – Kiew wurde  zu schöpferischem Labor der kreativen Technologien. Die eigenartige Geländeform der Stadt hätte die  Architekten-Projektanten beinahe „dressiert“.  Es wurden in der Stadt die Bauwerke und die Anlagen aller möglichen Schattierungen des siegreichen Jugendstils (Modern) errichtet. «Tout neveau – tout beau»: alles Neue – ist schön, Neoklassizismus, neorussischer, neoromanischer Baustil, Neogotik...

Im ungestümen Wachstum der „Kiewer Stile“, Farben, Zeichnungen,  Entdeckungen etc. ist Er – Nikolaus-Dom geboren worden – Phantasiefrucht des Grossen Kiewer Architekten Gorodetsky. Salamander, Chimären und Drachen  richteten sich in Kiew erstmals hier – auf den Fassaden und in Interieuren der Dom-Spille,  tarnten sich als Abflussrinnen, verkrochen sich  unter Kapitellen,  umringten die Glasmalerei.  Was erspähten sie damals? Das ХХ. Jahrhundert?

Ein langer Weg zur Schönheit
Ende des XIX. Jh. lebten in Kiew ca. 40.000 Katholiken. Die alte katholische Alexander-Kirche, die in der Nähe der Hauptstrasse Kreschtschatik steht,  reichte schon längst für alle Gläubigen nicht aus.

Am 8.Dezember 1896  wendeten sich die Kiewer Katholiken an den Gouverneur mit dem Gesuch über den Bau eines neuen Gotteshauses. Das Gesuch wurde von 864 Personen unterzeichnet, es waren die Adligen, Professoren,  Bauern, Händler...

Der Bauplatz für neue Kirche wurde lange aufgesucht. Die offizielle Genehmigung erfolgte am 30. März 1898 unter Signatur des Innenministers.

Im Mai desselben Jahres fand in der Stadtsduma die Sitzung anläßlich der Schaffung von Baukomitee. Es wurden 12 Personen gewählt. Auf der Liste  sind die  angesehenen Mitglieder der katholischen Stadtgemeinde eingetragen: Hofjägermeister des Grafen W. Branizky, Mitglieder der Stadtduma W. Oltarzhevsky und S. Romischevsky, der Industrielle J. Anzhievsky,  Kammerjunker des Hofes Graf J. Potozky und andere. Als Vorsitzende des Komitees wurde der Ehrenweltrichter L. Jankovsky gewählt.

Das Komitee machte sich aktiv auf die Arbeit  – es begann die Spendensammlung und wurde gleichzeitig das Wettbewerb um das beste Bauprojekt erklärt.  Zur Realisierung wurde das Projekt des 24-jährigen Studenten des Petersburger Instituts für Bürgeringenieure S. Volovsky genehmigt. In Rücksicht darauf, dass er keine praktische Erfahrung hatte,  wurde mit Arbeitsprojektierung, Leitung und Aufsicht über den Bau der junge Architekt V. Gorodetsky beauftragt.  Auf solche Weise wurde Nikolaus-Dom zum schöpferischen von V. Gorodetsky und nur die Experten können genau erklären welche Bauelemente bzw. Ausstattungsbesonderheiten von S. Volovsky und V. Gorodetsky stammen. Obwohl dem Letzten bereitete die andauerte Baugeschichte des Gotteshauses nicht nur das schöpferische Vergnügen, sondern auch eine Reihe von Erprobungen…

Im August 1899 fand der feierliche Gottesdienst anlässlich des Baubeginns statt. Man kann nach damaliger Presse fast alle Ereignisse verfolgen, die mit der Geschichte des Baus verbunden waren.  Regelmäßig wurde Information über die Spendenbeträge von 5 bis mehrere tausend Goldruber  veröffentlicht. Selbst der Haupt des Baukomitees Herr L. Janovsky spendete 10 000 Goldrubel. Jeder opferte das, was er imstande war. Außer Geld auch Schmuck, Ikonen, Teppiche… Innerhalb von zehn Jahren,  solange der Dom im Bau war, hatten die Privatpersonen insgesamt über 500 000 Goldrubel gespendet. Dabei wurde er im noch nicht vollkommen gebauten Zustand eingeweiht. Es erklärte sich dadurch, dass außer der ursprünglich vorgesehenen prunkvollen Ausstattung, verteuerten sich im Laufe des Baus die Ingenieurarbeiten.

Der Bauplatz der Kirch befand sich auf dem breiten Tal des Flusses Ljibed. Der Grund hier ist wackelig -  Lehm und Sand. Deshalb sollte man über die neuen Technologien der Fundamentbefestigung nachdenken.  Architekt Gorodetsky und die Mitglieder des Baukomitees hatte eine riskante Entscheidung getroffen, indem sie sich auf den Ingenieur A. Straus verlassen hatten. Dieser hatte vorgeschlagen das Fundament  auf Betonrammpfähle zu legen.  Es war die Novation in damaliger Architektur, und dabei der Weltbedeutung! Sogar die Amerikaner kamen nach Kiew, um diese Ingenieurlösung von Straus zu sehen. Außerdem wurde in den Baukonstruktionen noch eine Innovation eingesetzt – Stahlbeton.

Es muß erwähnt werden, dass Gorodetsky überhaupt ein Wegbereiter in Bautechnologien war und verfügte über einmalige Ingenieurintuition.  Sein legendäres „Haus mit Chimären“ baute er auch in komplizieren geologischen Bedingungen auf zwei verschiedenen Fundamenttypen und als Material für die Skulpturen verwendete erstes Mal in der Baupraxis Zement. Er hatte dieses Haus während des andauerten Baus des Nikolaus- Domes gebaut und solange die Eisenbetonkonstruktionen der achtkantigen Turmspitzen langsam nach oben krochen, kam er mit der Errichtung von vielen anderen Bauwerken in Kiew zurecht. 

Am 6. Dezember 1909 wurde der Dom eingeweiht. Die Ausstattung war noch nicht vollendet, als die Predigtworte des Gottesdienstes ertönten unter dessen Gewölben. Feierliches graurosiges Interieur, österreichische Orgel, Marmorstatuen,  Terracottabodenbelag mit erlesenen Flieseneinsetzen machten den Eindruck. Firma „Ernst Tode“ aus Riga hatte extra für diesen Dom wunderschöne Glasmalerei angefertigt, die zum Stolz des Gotteshauses wurde. Die Glasmalerei in drei großen Fenstern des Hauptaltars stellen  die Szenen von Geburt, Leiden und Auferstehung Christi dar.  Im rechten Schiff ist das Glasbild mit dem Motiv Mariä Verkündigung  und etwas tiefer - Veranschaulichung zum Gebet „Freue dich Marie“ zu sehen. Im linken Schiff ist Patron des Domes St. Nikolaus dargestellt und unter ihm ist die Darlegung des Gebetes „The Lord's Prayer“ angebracht. Auch die anderen Fenster sind mit schönen Glasbildern verziert.

Die Kathedrale war mit der Marmoraltarbühne mit den Skulpturen „Jungfrau Marie und Jesus Christus“ geschmückt. Außer dem Hauptaltar gab es noch hier vier kleinere – von Gottesmutter, Heiligen Nikolaus, Heiligen Antonius, Herzen von Jesus.

   

 Die ganze Prunkausstattung war durch sechs Bronze- und Kristallkronleuchter, zehn Wandleuchter, geschnitzte Bänke, teuere Kirchengefäße etc. ergänzt.  Die katholische Kathedrale war einer der reichsten Sakralbauten in der Stadt. Die Gemeinde geizte nicht mit den Mitteln für die Ausstattung des Domes.  Die Spenden flossen bis zum Einbruch der sog. „Oktoberrevolution“-Zeit in Sankt-Petersburg…

 Von Außen gab die Ausstattung dem inneren Interieur nicht nach.  Gorodetsky und sein beständiger Partner der Bildhauer Elio  Salja. ließen ihrer Phantasie den freien Lauf. Die Balkons der Türme sind durch die chimäreartigen Geschöpfe gestützt. Etwas höher unter den Kuppelnunterbauten erstarrten noch mehr geheimnisvolle Geschöpfe. Krabben, Drachen mit Froschpfoten, Greifen auf den Turmspitzen, Salamander an den Eingangsbogen... Das sind doch keine „architektonische Unmäßigkeiten“.  Gorodetsky kannte sehr gut die Symbolik jeder Gestalt. Seit je waren all diese „Schreckengestalten“ in katholischen Europa gar nicht ohne Grund an den Außenmauern der Kathedralen angebracht worden. So, z.B., Salamander als geschlechtslos Lebewesen wird als Symbol der Keuschheit gegolten. In der christlichen Kunst bedeutete Salamander auch die Ergebenheit dem Glauben und die Tugend. Die Greifen symbolisierten – ungeachtet des nicht „göttlichen“ Äußeren – nicht mehr und nicht weniger, als doppeltes Wesen von Jesus Christus – den Herrn Gott und den Menschen. Es wurde dabei auch die orientalische Interpretierung der Gestaltung von Greif entlehnt, welche Symbol der Wachsamkeit bedeuten sollte (diese Symbole sind an der Fassade der Nationalbank der Ukraine angebracht, um „deren Schätze“ zu bewachen. (Allerdings ist es das Baumeisterwerk von Architekten A. Kobelev).

Es gibt hier auch die Gestaltung von Luzifer.  Gewiss, ist er in einer misslichen Lage dargestellt - über dem Zentralgiebel wird er vom Archistratigus Michael niedergetreten, der als Patron unserer Stadt gilt. Aber die bösen Kräfte schlichen sich sowohl zum Gotteshaus, als auch in ganzes Land heran. Es kam die Zeit des kämpferischen Atheismus und im Schicksal des Tempels fangen   tatsächlich die „chimärische“ Periode an.

Plagezeit

Konfiszierun Wie es damals üblich war, wurde zuerst das Gotteshaus einer systematischen Konfiszierung der kirchlichen Besitzwerte unterzogen. Weiterhin wurde dessen erster Vorsteher - Pater Joseph Zmigrodsky nach Sibirien (Solovky) verbannt, wo er 1935  umgekommen war. Ein Jahr später wurde der Dom geschlossen und „tüchtig“  geplündert. Fast die ganze innere Ausstattung samt Marmorskulpturen sind verschwunden. Die werte Glasmalerei ist im größten Teil heil geblieben und freute das Auge.  In der Kathedrale war ein Lager untergebracht. Während des Krieges wurde das Gotteshaus schweren Erprobungen unterzogen.  Seine auffallenden  Türme waren zu merkliche Orientierungspunkte für die Flugangriffe und es ist  erstaunlich wie die „heldenmütigen“ Genossen nicht auf den Gedanken kamen die Kathedrale schon 1941 zu sprengen.

Sofort nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erlebte der Tempel eine interessante Episode – er wurde in einem Film „gedreht“. Das geschah 1945 im Film „Sigmund Kolosovsky“ über einen polnischen  Illegalen. In diesem Film stellte der Dom eine polnische katholische Kirche, in welcher sich die Haupthandelsperson vor den deutschen Okkupanten versteckte.

Für einige Jahrzehnte wurde das Gotteshaus zu einem „Regimeobjekt“. Hier wurde ein Archiv  untergebracht. Doch nicht nur…  Die hohen Turmspitzen des Domes ließen auf sich die Aufmerksamkeit seitens der „kompetentesten“ Behörde in der UdSSR ziehen: es wurde entschieden hier die sog. „Radiostörstation“ zu unterbringen, welche versuchte die „feindlichen“ Radiosendungen (wie z.B. Radio „Das freie Europa“) für die sowjetischen Bürger nicht zugänglich zu machen. In diesem Zeitraum wurde die Kirche der nächsten Entheiligung unterzogen – die ursprünglichen Glasmalereien sind als „religiöses Rauschgift“  vernichtet worden.

In 1970-er entstand direkt unter der Kathedrale eine Metro-Linie. Diese ist bis heute der Hauptgrund des  permanenten Havariezustandes  der Kirche. Das Baumeisterwerk  von Gorodetsky verstarb allmählich… Und nur dank ständigen Beschwerden seitens Mitarbeiter des Archives auf die unmögliche Vibration und  den für die Dokumentation schädlichen Schimmel, verließ das Archiv dieses Bauwerk.

 1978 kamen die positiven Änderungen im Schicksal des Domes. Ministerkabinett der Ukrainischen Sowjetrepublik hatte einen Beschluss   über die Gründung eines Zentrums für Orgel- und Kammermusik gefasst.  Der Konzertsaal sollte im rekonstruierten St. Nikolaus-Dom untergebracht werden. Diese Rettungsidee  für die Kirche war kein Zufall. Es war am Vorabend der Olympiade-80 in der UdSSR. Es sollte den Ausländern gezeigt werden, dass die Religion im kommunistischen Land geachtet wird!  

Es standen sehr komplizierte Arbeiten bevor: Fundament retten, Wasser auspumpen, Interieur wiederherstellen usw. Selbstverständlich, sollte auch eine neue Orgel hergestellt werden. Damit befassten sich die tschechischen Spezialisten aus der Stadt Krnov. Die Orgel von Fa. «Rieger-Kloss» wurde entsprechend den Interieurs und den Bauformen des ehemaligen Domes hergestellt. Die prächtige Orgel aus dem roten und schwarzen Holz wurde zu einer der besten in der UdSSR.  Diese Orgel hat  55 Register, die auf drei  manuellen Klaviaturen und Fußhebeln eingeteilt sind, hat 3846 Röhre verschiedener Durchmesser (von 13 mm bis 6 m). Ein mächtiges Instrument ist für breite Klangfarbenpalette und Musikschattierungen geeignet.  

Während der Rekonstrukton, die vier Jahre dauerte, wurde besonders die Interieurs  beachtet. In Baltikum hatte man die neuen Glasmalereien, in der Westukraine – Polstermöbel und Parkettboden hergestellt.

Das Leben ist in den Dom zurückgekehrt.  Doch, die neuen Zeiten sind gekommen und seit 1980-er entfalteten sich die Streitigkeiten über das weitere Schicksal der Kirche. Die Gottesdienste wechseln sich mit den Orgelkonzerten seit 1992 ab. Solche „Kooperation“  zw. Religion und der Kunst ist nicht so rosig: die katholische Gemeinde erhebt den Anspruch auf den ganzen Dom. Dabei sind für das Zentrum der Orgel- und Kammermusik keine neue Räumlichkeiten vorgesehen. Das ist die Angelegenheit des Staates, der dafür über keine Mittel verfügt… Beunruhigt dabei das Schicksal der Orgel, die speziell den Ausmaßen  und der Akustik der Kathedrale angepasst ist. Sie ist im Altarraum und nicht an den Choren, wie üblich ist, aufgestellt.  Wäre die Orgel um ein Paar Meter umgestellt worden, würde diese ihr Tönen erheblich verlieren.

Im Jahre 2001 hatte den St. Nikolaus-Dom der Römische Papst Johannes Paul II eingeweiht. M Jahre 2009 trifft der Dom die Gäste zu seinem 100-jährigen Jubiläum mit der  feierlichen Messe. Die Orgel wird dabei bestimmt spielen und man hegt die Hoffnung, dass  das Problem der Koexistenz von Gebet und Musik eine friedliche Lösung  findet, denn die römisch-katholische Kirche ist in der Ukraine für ihre Toleranz Dialogbereitschaft  berühmt.