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Die Sophienkathedrale, das Regierungsbehördengebäude und das Großfürstin Olga Denkmal am Anfang des 20. Jahrhunderts, Kiew
 
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Die Sophienkathedrale, das Regierungsbehördengebäude und das Großfürstin Olga Denkmal am Anfang des 20. Jahrhunderts, Kiew
Dienstag, 16 Juli 2019

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Artikel > Kein leichtes Geschick der Residenz: Hauptpalast der Hauptstadt und Wechselfälle dessen „Lebens“

 

Inessa BLUM, Journalist.
Extra für „Prime Excursion Bureau“.

 

Als die Imperatorin Elisabeth Petrowna – wahrscheinlich die einzige unter russischen Monarchen, die sich tatsächlich respektvoll der Ukraine gegenüber verhielt – die Entscheidung traf in Kiew eigenen Palast errichten zu lassen, die Stadt erstarrte vor Erwartung. Endlich könnte die uralte Hauptstadt des Russischen Landes die Chance erhalten deren Ruhm als Regierungsresidenz zurückkriegen zu können. Es hat doch nicht geklappt…

Zum zweitem Mal entstand solche Idee beim letzten russischen Imperatoren Nikolai II und als Residenz sollte wiederum Maryinsky-Palast werden.  Im Jahre 1911 während der unvergesslichen Visite in Kiew, zu deren sensationellem Ereignis die tödliche Verwundung   des damaligen Ministerpräsidenten des Imperiums Pjotr Stolypin wurde, sollte Nikolai II über sein Vorhaben mitteilen, Kiew als die „dritte Hauptstadt“ zu erklären, wie später seine Memoiren-Schreiber berichteten. Doch der „fatale Schuß“  im Opernhaus hatte diese Pläne durchstrichen.  In drei Jahren dann brach der Erste Weltkrieg aus und sechs Jahre später fand die bolschewistische Revolution (Oktober-Putsch) statt. Der Maryinsky-Palast wurde damals eigentlich zur Residenz des nächsten „Schiedsrichters der Schicksale“ , des blutigen „Königs für einen Tag“, Obersten Murawjow, dessen „rote Banden“ in Kiew über ein Monat   schlimm hausten. Schrecklich war diese Zeit, als im kaiserlichen Garten in Haufen die Leichen von „Klassenfeinden“ aufstapelt worden waren. Bis zu diesem Wendepunkt in der Geschichte des Palastes ist übrigens über anderthalb Jahrhundert vergangen, die nicht weniger interessant war…  

Interieurs des Maryinsky-Palastes

Im galanten Zeitalter geboren

 Alles begann in prunkvoller Barock-Epoche, im galanten   Zeitalter   von Damen mit großen „Farthingales“ und Kavalieren in Seidenstrümpfen mit üppigen Schleifen.   Klirrten die Sporen, ertönte  Masurka, die modischen „kleinrussischen“ Tänze legten heftig die  verfeinerten  Damen des Hofes aufs Parkett und die melodische, schöne ukrainische Sprache  in Mode im Hof. Man verständigte sich so lieblich und süß auf Ukrainisch, der Imperatorin selbst nachahmend, die den „südrussischen Dialekt“ so nett radebrechte (verfälschte). Wunderbar war jene Epoche!   Tochter Peter I. Kaiserin Elizabeth hatte selber 1744 die Baustelle für Palast während ihres nächsten Besuches der Stadt ausgesucht. Von hier aus eröffneten sich die endlosen Weiten des Stromes Dnepr.

Als Architekt war vorhersagbar der geniale Barock-Baumeister Bartolomeo Rastrelli ernannt.

 Schöpfer des Winterpalastes in Sankt Petersburg und Katharinen-Palastes im Zarskoje Selo (Zarendorf) wurde er gleichzeitig der Autor von zwei Projekten in Kiew – Andreaskirche und Maryinsky-Palast. Das Äußere des Palastes ist sehr nah der kaiserlichen Residenz in Siedlung Perowo vor Moskau, wo apropos sich  Elisabeth mit Alexey Razumovsky heimlich kirchlich trauen ließen (Das Roman zwischen der Tochter von Peter I. Elisabeth und dem ukrainischen Kosakenjungen Olexij Rosum /nach ihrer heimlichen kirchlichen Heirat erhielt sein Name eine Ergänzung ins Grafen Razumovsky/ wurde schon längst zum Thema für die Kinofilme sowie populäre Bücher. Es sind in Kiew einige durch diese Liebe umwehenden Orte erhalten geblieben).

Wenn man sagt, dass Rastrelli den Palast in Kiew gebaut hatte, entspricht es nicht der Wahrheit. Er hatte lediglich  seinen Prototyp in Perowo projektiert. Den Bau des Kiewer Palastes führte der einheimische Architekt Ivan Mitschurin. Der Maryinsky-Palast stellt doch keine Kopie der Residenz vor Moskau. Mitschurin hatte dem Zentralbau des Palastes beiderseits zwei zweigeschossiger Flügel  angebaut, wodurch die Gesamtfläche des Bauwerkes verdoppelt wurde. Die Fassaden sind hier etwas schlichter, als die in Perowo.

Der Bau des Palastes war 1755 vollendet. Die Imperatorin hatte leider in ihrem südlichen Palast nicht einmal gewohnt. Zu dieser Zeit wurde es ihr wegen gesundheitlichen Gründen schwierig zu reisen und außerdem brachte der verheerende Siebenjährige Krieg aus. Die Imperatorin Elisabett verstarb im Dezember 1761. Zu der Zeit stellte der Palast einen „Kasten“ ohne innere Ausstattung dar. So wie auch Andreaskirche wurde das Projekt stillgelegt und allmählich setzten sich die inneren Ausstattungsarbeiten fort. Es wurde auf die Reise nach Süden von der nächsten Imperatorin Katherine II. gewartet. In Erwartung der Kaiserin wurden die Wände der zweiten Holzetage mit Wandteppichen, Seiden tapeziert und Spiegeln ausgestattet. Das untere Steinstockwerk war für die Dienerschaft vorgesehen. Nach der Ironie des Schicksals ist es nach vielen Bränden und Rekonstruktionen der nachfolgenden Jahren heil geblieben, während die Interieurs des zweiten Stockwerkes samt der ganzen Etage selbst vernichtet wurden.

 Die Imperatorin Katherine II „gelang“ in Kiewer Palast erst 1787 unterwegs während ihrer Reise in die angeschlossenen Krim-Länder. Sie weilte im Palast fast drei Monate lang. Er hat sie nach Petersburger Residenzen nicht beeindruckt und kam ihr klein und ungemütlich vor. Katherine II war überhaupt von Kiew nicht begeistert im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin Elisabeth.  Да и вообще, Nach ihrem Besuch wurde der Palast den Generalgouverneuren des Süd-Westlichen Landes in Besitz übergeben. Hier wohnten auch solche bekannten Persönlichkeiten, wie  Feldmarschall Pjotr Rumjanzew-Sadunaisky und später berühmt gewordene Heerführer Michail Kutusow und Michail Miloradowitsch.

Schicksalsschläge

Vom ersten Schlag des Schicksals wurde der Palast 1812 getroffen, als drin die  gefangenen Sachsen der Großen Armee von Napoleon untergebracht wurden. Sich in eine banale Kaserne verwandelt wenn auch in deutsche,  geriet der Palast in eine Verwüstung und Vernachlässigkeit. Nach den Sachsen war in den Palast der Gouverneur, Fürst Rajewsky eingezogen, der mit der aktuellen Instandsetzung des Palastes angefangen hatte. Doch 1819 brach im schon renovierten Palast ein mächtiger Brand aus. Das obere Geschoß verschwand vollkommen im Feuer und im solchen unansehnlichen Zustand stand das Bauwerk  fast ein halbes Jahrhundert.

In 1830-er hatte Amt der Reichsstände das untere Geschoß der Mineralwasser-Aktiengesellschaft vermietet. Als eine Art Sanatorium geworden, änderte der Palast seine Ausstattung sowie das Äußere – im Zentralgebäude sind  die Badewannen aufgestellt und  in Seitengebäuden die Zimmer für die Patienten untergebracht worden.  Der Imperator Nikolai I machte sich diesbezüglich keine Sorgen im Gegensatz zu seinem Nachfolger.   Imperator Alexander II, der in Kiew 1868 eingetroffen war, ließ den Vertrag mit den „Badenden“ kündigen und den Palast restaurieren. Diesmal hatte man die zweite Etage des Palastes in Stein aufgebaut.  In seinem Zentralteil ist in dessen voller Höhe ein großer Anbau mit Balkonen und Treppen errichtet worden. Das Interieur wurde mit der Malerei des italienischen Malers Camillo Alliaudi verziert, der von Alexander II persönlich eingeladen wurde. Diese Malerei ist das einzige bis heute erhaltene Dekorelement der inneren Palastausstattung.

Gerade damals wurde der Palast mit heutiger Bezeichnung „Maryinsky“ getauft. Zur ungewollten „Patin“ des Palastes wurde die Imperatorin Maria Alexandrovna (1824 – 1880) - Gattin des Imperatoren Alexander II.  Sie ließ an der Stelle des riesigen Militärparadeplatzes vor dem Palast einen Park anlegen, der den gleichen Namen erhielt. An der Seite der Hinterfassade ist auch der „Zarengarten“ in englischen Landschaftsstil angelegt worden.

So „lebte“ der Palast fast ein halbes Jahrhundert. Hier wohnten nicht nur die russischen Imperatoren, sondern auch die ausländischen Prominenzen, die Kiew besuchten. Am Vorabend des Oktoberputsches (1917) verbrachte im Palast zwei Jahre hindurch andere Maria – Witwe des Imperatoren Alexander III – Maria Fjodorovna (1847-1928). Sie leitete hier das Hospitalwesen während des Ersten Weltkrieges. Auf solche Weise erhielt der Name „Maryinsky“ seine zweite Begründung.

 

Sowjetische Zeit

Danach kam 1918... Die erste bolschewistische Invasion verwandelte Kiew in einen düsteren Hinrichtungsort. Später wurden im Park auch die roten Revolutionäre bestattet. In kurzer Epoche der Ukrainischen Volksrepublik und des Hetmans Skoropatsky waren im Palast verschiedene Ministerien untergebracht. Im Zeitraum 1919-20 hatte hier seinen Sitz Rat  der Volkskommissaren der USSR, später befanden sich hier die Behörden verschiedener Richtungen – vom Militärstab bis zum Museum der Landwirtschaft. In Juni 1941 sollte im Palast das Zentralmuseum des ukrainischen Nationaldichters Taras Schewtschenko eröffnet werden.

Bald darauf flammte der Palast zum zweiten Mal auf – vom Bombentreffen. Obwohl eine Version existiert, dass in der Tat eine sowjetische Mine unter dem Palast explodiert hätte.  1945-49 wurde der Palast vom berühmten Kiewer Architekten Pawel Aljoschin wiederhergestellt. Mittlerweile wurde er zu einem der Regierungsobjekte. 

Anfang 1980-er wartete der Palast auf eine nächste umfangreiche Rekonstruktion. Im Mai 1981 sollte hier zum 1500-Jahrestag Kiews schon ganz kranker Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Sowjetunion Leonid Brezhnew weilen. Man hatte extra für diesen Zweck den Fahrstuhl auf das zweite Stockwerk montiert, wodurch das ehemalige Kabinett des Imperatoren Alexander II beschädigt  wurde. Gleichzeitig hatte die Rekonstruktion auch positive Seiten zugunsten des Palastes: es wurden vollkommen die Marmortreppe auf die zweite Etage, das alte Möbel und die Kronleuchter nach alten Zeichnungen und Bildern wiederhergestellt und vor allem  das virtuose Setzparkett ausgelegt, welches die Besucher immer in Entzücken versetzt.

 

Palast wartet auf Änderungen

  Schon als Paradenresidenz von drei ukrainischen Präsidenten fungiert hatte, befindet sich der Palast seit 2007 im Stadium der nächstfälligen Rekonstruktion. Alle Arbeiten sollen zum Jahr 2012 abgeschlossen werden, als Kiew die Gäste und Teilnehmer der Europäischen Fußballmeisterschaft „Euro 2012“ empfangen wird. Man verspricht, dass sowie der Palast selbst, als auch seine Umgebung tatsächlich beeindruckend auswirken  sollen. Also, lassen wir uns überraschen!

Media Center „Prime Excursion Bureau“

Dezember 2010