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Miniaturen aus Radziwills Chronik,voraussichtlich XIII Jh.
 
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Miniaturen aus Radziwills Chronik,voraussichtlich XIII Jh.
Freitag, 14 Dezember 2018

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Artikel > Über den Steilhängen schwebende

Андреевская церковь — один из главных символов Киева

Michail GAVRILENKO, Journalist.
Extra für «Prime Excursion Bureau»

 Andreas-Kirche schwebt über den Kiewer Steilhängen wie ein zierliches Porzellanspielzeug. Wie viel Wundervolles, Leichtsinniges, Lebensfröhliches des XVIII. Jahrhunderts verkörpert und beinhaltet sie, offenbart die Epoche der fröhlichen „Zarin Elizabeth“, der unaufdringlichen Pracht des Meisterwerkes von Rastrelli! Wie verstand denn der Große architektonische „Zauberer“ dem Barock beinahe Musiktönen entlocken zu können! Es scheint, als ob die Andreas-Kirche eine hohe harmonische Note in der Sonate von Kiewer Tempeln sänge. Sie ist eines der Hauptsymbole von Kiew und ist mit mehreren Legenden und Sagen umhüllt. Die erste davon betrifft den Apostel Andreas, der laut Legende gerade auf dem Hügel, wo heute die Kirche steht, angeblich ein Kreuz aufgestellt haben sollte.

Heilig ist der vom Apostel Andreas gesegnete Ort

Bartolomeo Francesco Rastrelli

Ob hier einmal der treue Jünger von Christus angekommen und auf diesem Berg gestanden wäre, dabei die fernen nördlichen Ländereien betrachtend, die sich von seinen lieben Ortschaften in Palästina sehr stark unterschieden – erfahren wir darüber nie. Die Legende über den Apostel ist schon längst zu einem Bestandteil der Kiewer Folklore geworden. Auf diesem Berg sollte etwas gestanden haben, wozu selbst der hügelige Reliefboden dieser Ortschaft die Architekten mahnte ihr Genie zu offenbaren… Es war gerade der Fall mit dem Projekt der Andreas-Kirche, das der geniale Architekt des XVIII. Jahrhunderts Rastrelli im vollen Umfang entworfen hatte. Der Baumeister war in Kiew nie gewesen, wobei sein Entwurf von dem einheimischen Architekten Mitschurin nach seinen Zeichnungen und Unterlagen realisiert worden war: die Kirche sollte zu einem Hof- und Personaltempel von Kaiserin Elisabeth (Tochter von Peter I) werden.

 Lageplatz der Kirche samt umliegenden Bergen dieser Ortschaft war gleichzeitig schon in der Vorzeit besiedelt. Auf dem Gipfel des Berges (dem sog. „Perun-Hügel“) stand der slawische hölzerne Götze Perun (Gott der Sonne) in der Umgebung anderer Götzen. Auf anderem Hügel („Altkiewer Berg“) gegenüber dem Andreas-Berg befand sich eine uralte Siedlung mit fürstlichen Palästen, dem ersten russischen Tempel – Zehnt-Kirche, wo angeblich unsere Stadt Kiew laut Legende entstehen sollte. Andreas-Berg lag in jener Zeit auch nicht brach – auf dem errichtete man ein Kloster, damit die Stelle des ehemaligen heidnischen Panthéons „zugedeckt“ war. Dieses Kloster hatte den mongolischen Überfall nicht überlebt und bis Ende des XVII. Jahrhunderts verlor sich der heutige Andreas-Berg im Dunkeln der Geschichte. Es lichtet sich erst 1690 als wir über den Bau einer Holzkirche auf diesem Berg erfahren, welche den Standort des ehemaligen Klosters bezeichnete.

 

Dank dem Willen der Tochter Peter I.

Die Machthaberin des russischen Imperiums und Ehefrau eines einfachen ukrainischen Kosaken Elisabeth (Elisaveta Petrovna) ist in Kiew im September 1744 das erste Mal eingetroffen. Ihr Gatte veranstaltete für sie eine Reise durch seine Heimat und die empfindliche Natur der jungen Kaiserin, die schon durch die zahlreichen Erzählungen seines Geliebten dazu bereit war, wurde von großer Liebe zu Kiew erfasst. Hier zeigte sich auch der „gottgläubige“ Ruhm der Stadt – die Imperatorin war sehr fromme Frau und hatte Kiew als einen fast idealen Ort für evtl. südliche Hauptstadt des Imperiums betrachtet. Sie ließ in Kiew eine Residenz für sich sowie eine Hofkirche bauen. Dies war die Grundlage für die Entstehung von Marien-Palast und Andreas-Kirche. Bartolomeo Rastrelli wurde beauftragt die Projekte für beide Bauwerke zu schaffen und die Bauarbeiten vor Ort erfolgten unter der Leitung des Architekten Ivan Mitschurin, der als Mitautor dieser Projekte gelten kann.

Andreas-Kirche, XIХ .Jahrhundert

Die komplizierte geologische Struktur des Hügels, der an Grundwasserquelle reich ist, bedingte den Verzicht auf die Errichtung eines Glockenturmes und den Einsatz des zweistöckigen Bauwerkes- Säulenstuhl/Stylobat als Fundament, auf das die Kirche aufgesetzt worden war. Die Kirche selbst ist 47 m hoch und steht auf dem 87 m hohen Hügel, die Höhe von  Stylobat ist 15 m. Der Stylobat ist mit der Balustrade umgeben und stellt eine wunderbare Aussichtsplattform dar, von der sich aus ein herrliches Panorama auf Unterstadt Podol und Dnepr für die Kiewer sowie die Gäste unserer Stadt  eröffnet. Solche namhaften Schriftsteller und Dichter, wie Nikolai Gogol, Taras Schevtschenko, Alexander Pschkin, Netschui-Levitsky bewunderten es einst.

 

 

Meisterwerk des „hohen“ Barocks

Die Fassade der Kirche mit einer Kuppel ist durch fünf Spitze, Säulen, Pilaster, reiche Modellierung verziert. Die runden Fenster sind durch prächtiges Stuckornament eingerahmt, an den Frontönen sind die gusseisernen Kartusche mit Monogramm der Imperatorin angebracht. Im Inneren ist die Kirche mit einer großen Kuppel abgedeckt, die 10 m im Durchmesser ist. Von Außen aber sieht sie als fünf- kuppelig aus: vier kleinen Spitzen sind auf Contreforten aufgesetzt, die schräg angeordnet sind. Die Silhouette des Bauwerkes bildet einen Kontrast zwischen der massiven Zentralkuppel und schlanken Eckkuppeln.

Interieur  der Kirche

Interieur der Andreas-Kirche wurde in 1750-er  ausgemalt. Ikonenwand, Kanzel und den Bereich über dem Altarraum hatte Rastrelli eigenhändig entworfen. Er projektierte das Modell der Ikonenwand in Naturalgröße, nachdem die Holzschnitzerei von  örtlichen Meistern Joseph Domasch, Christopher Oreydach, Andrei Karlovsky, Matvey (Matthäus) Manturov vollzogen wurde. Die Aufstellung des Ikonostas (Ikonenwand) erfolgte unter der Leitung des Meisters Johann Groth. Hinter der Ikonenwand im Altarraum befindet sich ein Baldachin auf gewundenen vergoldeten Pfeilern, die mit Blumengirlanden verziert sind. 

Die Bilder für Ikonenwand der Andreas-Kirche hatten die russischen Maler Ivan Wischnjakov und Alexei Antropov sowie eine Gruppe von ukrainischen Malern geschrieben. Die ganze Malerei ist im Geiste des XVIII. Jahrhunderts ausgeführt – das sind eher die Gemälde auf religiöse Thematik, als die Ikonen. Antropov verewigte seine Autorschaft durch das Gemälde „Mariä Himmelfahrt“.

Die Kirche ist hoch, geräumig und immer mit Licht gefüllt.  Sie ist vollkommen mit Geiste des europäischen Barocks durchdringt – die ausländischen Gäste finden deren große Ähnlichkeit mit katholischen Kirchen derselben Zeitperiode.  Die Altardarstellung vom „Heiligen Abendmahl“ von Antropov wurde sogar eine längere Zeit dem Pinsel von Großen Leonardo da Vinci zugeschrieben… Absolut europäisch sieht auch die Kanzel- Ambo aus links vom Haupteingang der Kirche. Diese wird oft „Loge der Imperatorin“ genannt, doch in der Tat konnte Elisabeth kaum sie hinaufsteigen in Rücksicht auf die damals getragene Kleidung „Farthingale“ bzw. „Crinolina“.  Für die Kaiserin war ein Platz unter dem Baldachin an anderer Seite des Tempels vorgesehen.

Im XIX.Jahrhundert erschienen an den westlichen Wänden des  Transepts zwei historischen Gemälde – „Wahl des Glaubens durch Fürsten Wladimir“ von einem unbekannten Autor und „Predigt von Apostel Andreas“ des Malers Platon Borispolez. Sie sind im Klassizismus-Stil ausgeführt und stören keineswegs die ganze Pracht des Interieurs von Rastrelli und Antropov.

Die Imperatorin Elisabeth hatte leider die fertig gebaute Kirche nicht gesehen. In der letzten Zeit blieb sie vorwiegend in Petersburg und machte keine langen Reisen. Die Kirche ist erst 1767 eingeweiht worden, doch wurde vernachlässigt, weil sie keinen eigenen Vorsteher hatte. Das erklärte sich dadurch, dass diese Kirche einem Hofamt untergeordnet war und die Einstellung zu Elisabeths Bauwerken seitens ihrer Nachfolger recht „kühl“ war. Schon zehn Jahre später verletzten die Grundwässer das Fundament und das Bauwerk geriet in Verfall: durch Dachlöcher  sickerte Regen und Schnee hinein,  die Vögel bauten Nester drin. So verliefen 30 Jahre der Vernachlässigung und zum großen Wunder stürzte die Kirche nicht zusammen. Architekt Mitschurin verstand doch zu bauen.

 

Wechselfälle des neunzehnten Jahrhunderts

Erst am Ende des XVIII. Jahrhunderts (1797) wurde die Kirche renoviert. Sie wurde zum Objekt der Aufmerksamkeit seitens Zarenpersönlichkeiten und 1844 wurde eine große gusseiserne Treppe zur Kirche errichtet, die bis heute erhalten ist. 1867 erhielt Kirche die Zarengaben: Ikone „Christus Erlöser“ mit Gravieren an der Hinterseite, dass es die Gabe des Imperatoren Alexander II ist, ein Evangelium  und ein kleines Sakramenthaus  mit Reliquien  des Apostels Andreas.

Diese Reliquien hatten doch die Kirche vor dem Blitz im Jahr 1881 nicht gerettet, nach dessen Schlag  verzerrten sich etwas die Maßverhältnisse der Zentralkuppel. Noch eine Restauration 1900 hatte der Kirche deren ursprüngliche Gestalt zurückgegeben.  1915 nach folgenden Bergrutschen bekam das Bauwerk die Risse, welche erst nach  der Instandsetzung des Dränsystems des Hügels im Jahre 1926 beseitigt worden waren.

Mitte des XIX. Jahrhunderts hatte eine große Rolle im Schicksal der Kirche der Schriftsteller, Mäzen, Archäologe und Aufklärer Andrei Murawjov gespielt. Er erwarb ein Gehöft neben der Andreas-Kirche und fing mit der Erforschung des Kiewer Altertums an.   Er kämpfte auch für die moralische Reinheit/Keuschheit dieser Ortschaft – auf dem Andreas-Abstieg gab es damals eine Reihe von Bordellen. Solche Nachbarschaft mit der Kirche brachte die Geistlichen sowie Herrn Murawjov äußerst in die Verwirrung.   Dem letzte hat es gelungen die „lustigen“ Anstalten auf die Jamskaja-Straße zu  verlegen.

P. Borispolez „Predigt des Apostels Andreas“, 1847, Öl
Fragment  der Ikonenwand

Murawjov hatte nicht nur auf eigene Kosten die nächste Erneuerung des Tempels, ohne die entsprechenden Geldmittel vom „Zentrum“ erwartend, vorgenommen, sondern ließ noch eine Kirche zu Ehren Sergy Rodonezhsky im Stylobat stiften. Nach seinem Ableben im Jahr 1874 wurde er in dieser Kirche bestattet. Sein Grabstein  ist bis heute erhalten. Murawjov ist der einzige Mensch, der in der Andreas-Kirche beerdigt worden war.

Die Kirche ist auch in die Chronik der komischen Vorfälle geraten worden. Am Scherztag 1. April 1898 hatte die Zeitung „Kiewljanin“ („Kiewer“) zum Spaß mitgeteilt, dass der Glockenturm der Andreas-Kirche mit donnerndem Getöse eingestürzt wäre und  mit dessen Bruchstücken den Andreas-Abstieg zugeschüttet hätte. Man hatte dem Scherz geglaubt und eine gute Hälfte der Einwohner Kiews mit dem Stadtgouverneur an der Spitze  strömte zum Andreas-Abstieg, um sich an Ruinen    des nicht existierenden Glockenturmes zu gaffen. Als es sich herausgestellt hatte, dass der Staatsmann zum Opfer eines April-Spaßes sowie  eigener Nachlässigkeit in Bezug auf die ihm anvertraute Stadt wurde, versuchte man den Skandal zu vertuschen. Doch das Gerücht  über den angeblichen Einsturz  des Andreas-Glockenturmes verbreitete sich gewiss in „ganz Russland“ und wurde zu einem der „klassischen“ Scherze des 1. April- Humors.

 

Dank Rastrelli`s Genie bewahrende 

 Das XX. Jahrhundert verhielt sich der Andreas-Kirche gegenüber recht gnädig.  1935 wurde die Kirche als Museum erklärt. Im Zeitraum 1941-61  wurden im Gotteshaus die Gottesdienste abgehalten und dann 1968 wurde sie wiederholt zum Museum. In 70-er Jahren wurde eine komplette  Rekonstruktion der Kirche durchgeführt. Als Anstoß dafür wurde die Tatsache, dass in Wien die ursprünglichen Zeichnungen von Rastrelli entdeckt wurden. Gerade damals erhielt die Kirche deren ursprüngliches Aussehen gemäß der Konzeption des Architekten.

Gegenwärtig werden in dieser Kirche die Gottesdienste der Ukrainischen Autokephalen Kirche in ukrainischer Sprache abgehalten. Sie gilt als Kathedrale dieser Konfession in der Hauptstadt.

Mai 2011.