
Adresse: Mazepa-Str., 29.
Telefon: +38 (044) 280-52-10, 288-92-68.
Feiertage: Montag.
Ist eine der interessantesten Sammlungen von ukrainischen Volksraritäten. In sechs Sälen des alten Gouverneurhauses neben dem Kiewer Höhlenkloster ist eine wunderbare Kollektion von ca. 15000 Exponaten untergebracht: Malerei (Volksamateurgemälde, 500 einmaliger Ikonen, professionelle Malerei und Graphik), Volksstoffe (Handtücher, gestickte Hemde und Blusen, Volkstrachten, Kleidung, Teppiche etc.), Keramik (Makitras- Töpfe, Schüsseln, Spielzeuge), Volksmusikinstrumente (Kobza, Bandura, Zymbala, Trembita, Radlyra), Sammlung von Osterneiern und zuletzt Memorialabteilung, welche über das Schaffen des Gründers dieses Museums, namhaften Schriftsteller sowie begabten Bildhauer und Maler I.M.Gontschar erzählt. Die eigene Bibliothek des Meisters zählt über 2000 Bücher.
Ivan Gontschar (1910-93) – Gesellschaftsfunktionär, Bildhauer und Maler begann seine Kollektion Ende 1950-er zu sammeln. Während seiner Reisen durch die Ukraine innerhalb von vier Jahrzehnten suchte er nach den Werken der Volkskunst in großen Regionen der Ukraine mit Zentren wie Kiew, Zhitomir, Poltava, Donezbecken, in Ortschaften Podolje, Podnistrovje, Galitschina, Bukovina und Transkarpatien.
Als Ergebnis der „umherziehenden“ und selbstlosen Tätigkeit von I. Gontschar wurde die eigenartige Kollektion der Volkskunst, welche dem Privatmuseum zugrunde liegt. In jener Zeit, als sich die staatlichen Museen ausschließlich auf den sozialistischen Realismus orientierten, war im Gontschar-Museum die ukrainische Traditionskultur, insbesondere die Volkskunst, ohne jegliche ideologischen Begrenzungen und Zensur vertreten. Die Sammlung wurde weitgehend im Ausland bekannt. Viele tausende Besucher waren vom Gesehenen begeistert und das Museum wurde allmählich zu einem der Zentren der Bewegung von „Sechziger“ (Schriftsteller, Künstler der sechziger Jahre).
Hinterlassenschaft des Künstlers Gontschar ist durch Skulptur (ca. 400 Stück), Porträtgalerie der historischen Personen sowie ukrainischen Kunstschaffenden, die Genrekompositionen, Skizzen verschiedener Denkmäler, kleine Plastiken etc. vertreten. Die Abteilung der Malerei und Graphik von Gontschar entält über 1000 Werke, welche der Künstler während seiner Reisen durch die Ukraine schuf. Aufgrunde der gesammelten Unterlagen und Materialien schuf der Meister eine Serie von historisch-ethnographischen Alben, in denen er eine Art „urwüchsiges Universum“ der „Ukrainerschaft“ dargestellt hatte: uralte Bilder mit den Menschen in Nationaltrachten, Porträts von hervorragenden ukrainischen Kunstschaffenden, verschiedene Landschaftsgemälde, Gebräuche, künstlerische und ethnographische Denkmäler usw.
In dieses Museum geraten, empfindet man sich in der Welt der vergangenen Jahrzehnte und Jahrhunderte, in der Welt, wo die Volkstraditionen – manchmal komisch durch die Naivität und humorvolle Didaktik - erklären die Welt einfach und aufrichtig.
Im September 1993 wurde nach dem Tod des hervorragenden Künstlers offiziell das Staatliche Museum namens Ivan Gontschar gestiftet. Kurz darauf 1999 entstand aufgrunde dieses Museums das Ukrainische Zentrum der Volkskultur.
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