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Adresse: Kiew, Potschtowaja Ploschtschad (Postplatz), 1.
Feiertage: Sonntag, Montag.
Ein kleines Haus auf dem Postplatz präsentiert eine sehr interessante ständige Ausstellung „Über die Geschichte der Selbstverwaltung in der Stadt Kiew“, welche dem 500-Jahrestag der Gewährung unserer Stadt des Magdeburger Stadtrechtes gewidmet ist. Museum erzählt über jene Zeiten, als „Podol die Stadt“ und der bedeutendste Stadtteil Kiews war, über die Epoche seines Ruhmes und Gedeihens im Mittelalter und später im Zeitalter des aufgeklärten Barocks und die Blütezeit der ukrainischen Stadtkultur.
Die im Museum gezeigte Periode fällt auf XV-XIX. Jahrhunderte. Als eine der bedeutendsten Städte des Fürstentums Litauens und später von Rzecpospolita, erhielt Kiew das Magdeburger Stadtrecht im Jahre 1494. Doch laut dieser Urkunde machten die Städter vom „Stadtrecht“ noch früher beim Fürsten Vytautas Gebrauch, d.h. bis 1430. Die damals erschienenen Privilegien wurden erst 1834 aufgehoben. Im Laufe dieser Zeit hatten sich in Kiew die eigenen Kultur und Traditionen des gesellschaftlich- politischen Stadtlebens herausgebildet, , die auf eine bizarre Weise die westeuropäischen Formen der Stadtselbständigkeit mit der Existenz im Bestand des russischen Imperiums verbanden.
Die Besucher des Museums werden mit dem Lebensweise, Zeremoniellen, Feierlichkeiten, Tätigkeit der Machtbehörden, Städtebaugeschichte der Unterstadt Kiew-Podol vertraut gemacht. Hier sind die seltenen Fotos der alten Stadt, archäologische Funde, Archivdokumente, Ikonenmalerei, Malerei und Graphik, Mezhigor- Fayence, alte Ansichtskarten, Münzen etc. ausgestellt.
Es wird im Museum über die Wahlen des Oberbürgermeisters, Verteilung der Beamten in verschiedene Kasten, Kriege und bürokratische Unordnung erzählt.
Die Hauptbereiche der Ausstellung sind den Kiewer Handwerkern und Händlern gewidmet, welche der Hauptbürgerstand und die Triebkraft des Stadtlebens in Europa waren. Die Besucher erfahren über die Rolle des Kleinbürgertums als den Hüter der ukrainischen Kultur, über Orthodoxglauben und Stütze der Bildung.
In den letzten Existenzetappen degenerierte sich die Stadtverwaltung in eine korrumpierte Oligarchie und wurde zu einem überflüssigen Bestandteil des einheitlichen Reichsverwaltungssystems. Doch das Andenken an die ruhmvolle Epoche der Freiheit in Podol-Stadt, die tatsächliche kleinbürgerliche Republik, welche in Kiew fast halbtausend Jahre existierte, wurde erfolgreich sogar in der Sowjetzeit aufbewahrt: unter dem Vorwand der Forschungen im Bereich des Handwerkes und der Wirtschaft, wurde die Geschichte jener Periode zum Gegenstand der eingehenden Forschungsarbeit der ukrainischen Wissenschaftler im Zeitraum 1920-80. Mit der Wiedergeburt der Kiewer Selbstverwaltung erhöht sich erheblich das Interesse zur wahren Geschichte unserer Stadt. Auf solche Weise entstand z.B. eine sehr interessante Ausstellung in einem gemütlichen und stillen Häuschen der ehemaligen ersten Poststation Russlands, die über Postwesen von damals erzählt. Wir empfehlen Ihnen sehr diese zu besuchen!
