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Atomreaktor des Tschernobyler AKW. Sonnenuntergang. |
Verlorene Kindheit. |
Adresse: Kiew, Chorevoj- Pereulok (-Gasse),1.
Telefon: +38 (044) 416-43-29, 417-54-22, 417-44-62.
Dramatisch und expressiv nach seiner künstlerischen Lösung, sehr informativ und technisch gut ausgestattet, erzählt dieses Museum über die Atomexplosion im Jahre 1986 – eine der tragischsten Seiten der ukrainischen und Weltgeschichte. Es ist eines der ersten Museen, die in der unabhängigen Ukraine entstanden. Nach dem Charakter der gesammelten Materialien und Museumsgegenstände sowie dem Informationskonzept hat das Museum „Tschernobyl“ kein Analogon.
Die Hauptrolle in der Exposition spielen die künstlerisch- emotionalen, philosophischen Gestalten, welche helfen die Tragödie des Jahrhunderts erfassen. Beträchtlich wird im Museum auf die modernen audio-visuellen Informations-, Auskunftsmittel geachtet. Einer der „Hits“ des Museums ist das aktive 3-Phase-Diorama „Tschernobyler AKW vor, während und nach der Havarie“: es wirkt so, als ob vor unseren Augen die Explosion und Zerstörung von AKW erfolge und dann über dem zerstörten Reaktorbereich ein „Sarkophag“ (Überdachung) entsteht. Man kann in den Sälen auch ein funktionierendes Model des 4-en Atomreaktors, die Computerprogramme über die Katastrophe und deren Nachfolgen sehen.
Der Museumsbestand zählt über 7.000 Exponate: Dokumente, Landkarten mit Stempel „Geheime Verschlusssachen“ Fotos, Reliquien aus der verseuchten Zone: alte Ikonen, Gegenstände der Volkskunst, Gewerbe und Haushaltes der einheimischen Bevölkerung, eigene Sachen der Liquidatoren der Katastrophe, die Kopien der Regierungsbeschlüsse über das Verheimlichen der Angaben, die mit der Folgen der Katastrophe verbunden sind etc.
Eingang in die Museumsexposition stellt der Tschernobyler-Weg dar, auf dem ein mit Wurzeln herausgerissener Apfelbaum liegt – Lebensbaum laut Bibel, dessen roten Früchte von Anfang an als Symbol der Wohlhabenheit und Freude galten, und jetzt rollen uns entgegen mit der Erinnerung an das Leben, welches für die ukrainischen Ländereien der „Polessje“-Region ab jenem tragischen Jahr zu Ende ist…
Über dem Weg hängt ein Kirchenbanner aus der Johannes der Theologe-Kirche des zugrunde gerichteten Dorfes Dlinnij Les (langer Wald). Gerade Johannes schrieb zwei tausend Jahre zuvor über den bedrohlichen Stern unter der Bezeichnung „Wermut“. Entlang dem Weg sind 76 Wegweiser aufgestellt, auf denen die Namen der Städte und Dörfer der Ukraine angegeben sind, die durch die Radiation vernichtet sind.
Der Weg führt in die Entfremdungszone, dorthin, wo jahrtausende lang die Menschen lebten und wo heute die Verbindung zwischen Generationen gebrochen ist. 24.000 Jahre ist eine undenkbare Ziffer für unsere Besinnung – gerade so lange zerfällt Plutonium, das in den April-Himmel 1986 durch den explodierten Atomreaktor geworfen wurde...
Im Zentrum des Saals ruht auf der Schutzplatte des Realtors, die 1986 in die Luft geflogen war, das Bahrtuch aus der vernichteten Kirche des Archistratigus Michael im Dorf Krasnoje, unter dem anstatt des Weihwasserbeckens ein verseuchtes Boot schaukelt – eine Art Symbol von Arche Noah. Die das Museum besuchenden Kinder lassen in diesem Boot ihre Lieblingsspielzeuge liegen. Über dem Bahrtuch und dem Boot mit Spielzeugen breiten ihre Flügel zwei Engel aus: der weiße und der schwarze – Symbole von Gut und Böse. Und auf der Decke des Saales, auf einer symbolischen Erdkarte flimmern alarmierend die auf allen Kontinenten der Erde aufgestellten Atomkraftwerke…
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