Adresse: Mazepa-Str., 15а.



Telefon: +38(044) 592-45-51.
Arbeitszeit: 10.00-18.00 Uhr.
Feiertage: Montag.
Das im Jahre 2009 geöffnete Museum ist der großen historischen Volkstragödie der Ukraine gewidmet. Seine innere Komposition ist auf den modernen Prinzipien der Schaffung von Museumsraum mit dem Einsatz der interaktiven Mittel, Filmvorführungen, entsprechender akustischen „Füllungen“ etc. basiert. Dem Museum wurde neulich Status des Nationalen Museums verliehen. Neben den Museen „Tschernobyl“ und des „Zweiten Weltkrieges“ wurde der Memorialkomplex „Die weiße Kerze“ zum Denkmal einer der tragischsten Ereignisse des ukrainischen Volkes im XX. Jahrhundert. Der Gründer dieses Museums ist das Ukrainische Institut des nationalen Gedenkens, das vom Akademiker I. Juchnovsky geleitet wird.
Ukraine hatte drei großen Hungersnöte innerhalb von dreißig Jahren: 1921-22, 1932-33 une 1946 überlebt. Und dazu noch die sog. Kollektivierung 1928-31, Niederwerfung des Bauerwiderstandes in 1920-er – der permanente Krieg des kommunistischen (bolschewistischen) Regimes gegen das traditionelle Lebensweise und „Besitzerinstinkte“ des ukrainischen Bauers, welcher angeblich von selben Bolschewiken den Grund/Boden erhalten hätte, doch dadurch gleichzeitig zur Requisition und weiterhin zur „Entkulakisierung“( Liquidierung) bzw. „Kolchosen“-Sklaverei und Hungernot verurteilt worden war.
Die sog. „Entkulakisierung“ führte zur Liquidierung der produktivsten Bauernwirtschaften, zur physischen Vernichtung und Deportation von vielen tausenden Bauernfamilien. Als abschließende Etappe der planmäßigen Handlungen, die zuallererst auf die Vernichtung der ukrainischen Nation gezielt wurden, war die Hungersnot 1932-33. Die Bolschewiken hatten alles „raffiniert“ durchgedacht: nach solchem schwer versetzten Schlag, dem Aussterben der zahlreichen Schicht von „zum Eigentum geneigten“ Bauern – Kern der ukrainischen Nation, Trägern der traditionellen Werte – war für den am Leben gebliebenen Teil nichts übrig, als sich gehorsam in die Kolchose gehen lassen.
Das gigantische Programm des industriellen Durchbruches sah die totale Unifizierung des sowjetischen Imperiums vor: die Bauernschaft sollte zu ergebenen „Sklaven“ werden, die das Brot für Export gegen die Ausrüstung und Technologien angebaut hatten und die letzten Ähren samt eigenen Leben in die Feuerung der schimärischen Idee des kommunistisch-proletarischen Staates geworfen hatten.
Das Museum ist als ein Teil des großen Memorialkomplexes ausgelegt und liegt neben noch einer für die Ukrainer heiligen Gedenkstätte „Ruhmesallee“, wo die gefallenen Verteidiger sowie Befreier der Stadt Kiew im Zweiten Weltkrieg ruhen. Gleich daneben befindet sich das Gelände des ältesten und berühmtesten im alten Russland Höhlenklosters. Beim Eingang zum Museumsgelände stehen die Skulpturen der trauernden Schutzengel von Seelen der Verstorbenen. Ringsum den Gedenkplatz sind die „Mühlsteine der Geschichte“ untergebracht, die Millionen von Leben gebrochen hatten und im Zentrum steht die Skulptur „Mädchen mit Ähren“. Für diese berüchtigten drei Ähren schickte das Stalin- Regime die Menschen in die KZ, ohne Chance für diese überleben zu können.
Das Museum selbst ist im Raum unter der Gedenkkerze untergebracht, die mit den Kranichen aus Bronze verziert ist, welche als Symbol der Wiedergeburt der Nation gelten. Der schwarze Labradorit- Granitstein beiderseits der Treppe - die zum Museum führt - symbolisiert die aufgepflügte Schwarzerde, deren eingebrachte Ernte für die Bauern in jenen schrecklichen Jahren nicht erhältlich war.
Gedenksaal ist als Memorialraum ausgelegt. Hier kann jeder Besucher eine Kerze anzünden und die Gefallenen gedenken. Im Zentrum des Saales befindet sich ein symbolischer Altar. An den Wänden sind die zugänglichen Märtyrer-Bücher mit den Namen von Millionen Opfert angebracht: viele Besucher finden öfters hier ihre Verwandten. Solche Momente lassen sich kaum mit den Worten erklären…
Der Saal ist mit den Gegenständen des umgekommenen Bauernlebens angefüllt: ringsum stehen die Boote, Fuhrwerke, Arbeitsgeräte etc. Überraschen die Familienfotos der verschiedenen. Man schaut freudig ins Objektiv – Symbol der Zivilisation und Fortschrittes, Glücks und der neuen Welt, welche angeblich die „Sowjets“ gewährt hätten. Und ein Jahr später wurde dieses Dorf so wie tausende andere von den Leuten in „Lederuniform“ auf die „schwarzen Tafeln“ der total ausgestorbenen Bezirke eingetragen. Diese Menschen auf den Bildern wie auch Millionen ähnlicher sind durch das grausame Regime ermordet und in den Massengräbern beigesetzt worden. Seit jenen schrecklichen Jahren ist der ukrainische Boden voll von unzähligen Massengräbern…
Im Laufe der Besichtigung des Museums werden zwei Filme (24 und 18 Minuten) vorgeführt, die über das ungeheuere Verbrechen des bolschewistischen Regimes erzählen. Vom Ausgang ab zieht sich eine Allee mit den berüchtigten „schwarzen Tafeln“, auf denen die Namen der ausgerotteten Ortschaften eingetragen sind. Es geht hier um viele Tausende Dörfer, Siedlungen, wo der größte Teil der Bevölkerung verhungerte. Die Hungersnot verursachte die demographische Katastrophe: nur von Hunger sind ca. 4 Millionen Menschen ums Leben gekommen, Geburtdefizit betrug ca. 1,1 Mio., die Gesamtzahl von Opfern dieser schrecklichen Jahre schwankt zw. 7-10 Mio. Wie könnte sich unsere Geschichte gestalten, wenn diese Tragödie nicht zustande gekommen wäre?
Über den Dnepr- Hügeln läutet die Gedenkglocke, funkeln die Kerzen... Ungeachtet der heutigen politischen Streitigkeiten und Akzente, erzählen uns die kalten Register der Hungersnotopfer und die zynisch-raffinierten Zitate der bolschewistisch- kommunistischen Führer die schreckliche Wahrheit, welche wir nie und unter keinen Umständen vergessen dürfen.
| Tweet |



