Porträts von Platon und Anna Zakrewsky, gemalt von Taras Schevtschenko Zakrewskies Palast in Berjosovaja Rudka, Poltawer Gebiet Ignatij Zakrevsky, Pyramide –Gruft von Zakrewskies, Berjosovaja Rudka, Poltawer Gebiet



Es gibt in Europa vier Pyramiden. Zwei davon - in der Ukraine, wobei in einem Poltaver Gebiet. Wir laden Sie gerne zur Pyramide ein, die in dem Gehöft Berjosovaja Rudka steht. Die Geschichte dieses Gehöfts ist an viele Namen und Ereignissen reich. Sie werden im alten Familienpalast der Grafen Zakrewsky empfangen, in welchem im XIX. Jahrhundert die ganze kulturelle Elite der Ukraine gewesen war. Hier entbrannten sich die Liebesleidenschaften nach „Shakespeare“-Art, hier entstand die berühmte Romanze „Schwarze Augen“ und wurde der Autor von unoffizieller Hymne der Hauptstadt „Mein Kiew“ Dmitry Lutsenko geboren. In diesem Gehöft ist die „russische Mata Hari“ und die Gattin von Herbert Wells – Maria Zakrewskaja zur Welt gekommen. Kurz zu sagen, hier ist so eine Aura, dass… Also, Sie werden das selbst sehen.
Lediglich fünfzehn Kilometer von Kiew – und man sieht die Pyramide. Moosbewachsene Mauern der alten Gruft bewahren die Geheimnisse von Zakrewsky-Grafengattung. Und es gab viele davon.
Im alten Garten verbirgt sich ein eleganter Palast. Er wurde vom Architekten Eugene Tschervinsky gebaut, dem Schüler des berühmten Baumeisters Mitte des XIX. Jahrhunderts Konstantin Ton – Autors der Kathedrale von Christus dem Erlöser in Moskau und von Dutzenden anderer hervorragenden Bauwerke.
Das geschmiedete durchbrochene Tor in weißer Umzäunung führt uns zur Paradeallee vor dem Palast. Der stille Park breitete sich üppig seit jenen fernen Zeiten, als in dessen Gartenlauben die Liebeserklärungen von Viktor Zabila, Jacob de Balmain, Anna Zakrewskaja, Taras Schewtschenko stattfanden. Nicht zufällig steht hier ein Denkmal für Taras Schewtschenko – es wird angenommen, dass in Berjosovaja Rudka unser Genie eine „Spur“ (als uneheliche Tochter) hinterlassen hätte… Die Erforscher des Schewtschenko-Schchaffens diskutieren bisher darüber, ob solche Tatsache im Lebenslauf des Dichters vorhanden wäre. Ja, es kam hier oft zu Melodramen. Und was für die Persönlichkeiten waren hier zu Gast! Die ganze ukrainische kulturelle Elite 1850-50-er hatte auf den hiesigen Bällen getanzt!
Selbst die Zakrewskies laut Überlieferung nicht „ohne Sünde“ waren – ihre Gens stammt vom unehelichen Kind der Imperatorin Elisabeth (Petrovna, Tochter Peter des Großen). Diese Gens brachte durchgehend die hervorragenden Menschen zur Welt, die sich durch Leidenschaften und Begeisterungen kennzeichneten. Als Denkmal einer der Manien – Mode an all Ägyptisches – steht im Park seit 1899 die Familiengruft von Zakrewskies. Ignatij Zakrewsky war der Auftraggeber für die Errichtung der Familiengruft in der Gestalt von Pyramide. Er hatte eine besondere Vorliebe für Ägypten nicht zufällig – eine längere Zeit war er in diesem Land als Gesandte von Russland tätig. Die Pyramide-Gruft war als ein eklektischer Bau ausgelegt, der in sich die christlichen und altägyptischen Anschauungen vereinigte: der innere Raum ist sowohl mit den Zitaten aus Bibel, als auch mit ägyptischen Schriftzeichen ausgemalt. Der Gruftboden ist mit Ziegeln aus der Ziegelei von Baron Bergenheim (Stadt Kharkov) gepflastert. Baron Bergenheim lieferte seine Produktion (Kachel und Fliese) für die Ausstattung solcher hervorragenden Baumeisterwerke wie Livadia Palace auf der Krim, „Haus mit Chimären“ in Kiew etc. Die Gruft wurde ursprünglich mit einem Kreuz gekrönt und vor dem Eingang stand die zweitausendjährige Statue der Göttin Isis. In dieser Familiengruft unter der Pyramide ruhen alle Zakrewskies.
Die Bolschewiken hatten die ewige Ruhe von Zakrewskies gestört, doch ließen hier das T. Schewtschenko-Denkmal aufstellen. Der Große ukrainische Nationaldichter Taras Schewtschenko besuchte vielmals diese Ortschaft im Zeitraum 1843 - 47. Er war auch ein guter Maler und hatte die Porträte der Hausherren dieses Gehöftes Platon und Anna Zakrewsky gemalt.
Im Jahre 1892 wurde im Zakrewskies Gehöft eine der legendärsten Frauen des XX. Jahrhunderts geboren. Gräfin und später Baronin Maria Zakrewskaja-Benkendorf-Budberg wurde als Geheimagentin von gleichzeitig drei Geheimdiensten der Welt gegolten und als „rote Mata Hari“ genannt. Sie war die Geliebte des englischen Konsuls Herrn Lockhard, berückte den strengen Fanatiker des damaligen Geheimdienstes Jacob Peters, wurde zur persönlichen Sekretärin und Muse des russischen Schriftsteller- Revolutionärs Maxim Gorkij, der ihr sein Roman „Leben von Klim Samgin“ gewidmet hatte und schließlich wurde die bürgerliche Frau des großen Phantasten Herbert Wells. Maria führte die heiklen Aufträge wenigstens von drei Geheimdiensten aus. Sie hatte einen „ungelegenen“ Teil des Archivs von Maxim Gorkij gerettet, welchen Stalin sehr kriegen wollte. Abgesehen davon, hatte der grausame Diktator sie mit einem Strauß von scharlachroten Rosen belohnt. Maria Zakrewskaja verstarb im Jahre 1974 und hinterließ ihr Archiv den Nachfolgern nicht. Vor dem Sterben setzte sie dieses in Brand. So waren die Geheimnisse des stürmischen Lebens der ukrainischen Gräfin mit dem Rauch davongeflogen.
Und noch einmal machte sich dieses Land in der Geschichte der Ukraine berühmt: Im Jahre 1921 wurde in der Siedlung Berjosovaja Rudka der bekannte ukrainische Komponist-Dichter Dmitry Lutsenko (1921-89), Autor der Lieblingslieder unseres Volkes, wie „Mein Kiew“, „Graues Haar“, „Frontkämpfer“, „Mamas Kirschbaum“, „Herbstgold“ etc. geboren. Jährlich wird im September in Berjosovaja Rudka das Festival „Herbstgold“ zum Andenken an den Dichter veranstaltet.
Organisatorische Fragen:
- Dauer der Route: ca. 7 Stunden.
- Im Preis inbegriffen: Transfer, Unterwegsführung, Gruppenversicherung, Eintrittskarten.
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Palast von Zakrewskies in Berjosovaja Rudka, Poltawer Gebiet |
Dmitry Lutsenko mit Enkelin |
Teilnehmer des Festivals "Herbstgold - 2008" |



