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Der Blick auf die Andreaskirche aus dem Wladimirsberg am Anfang des 20. Jahrhunderts, Kiew
 
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Der Blick auf die Andreaskirche aus dem Wladimirsberg am Anfang des 20. Jahrhunderts, Kiew
Freitag, 07 Oktober 2022

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Artikel >  Kiewer Standseilbahn „Funiculaire“ ist eine symbolische Sehenswürdigkeit der Stadt

 

Haupteingang seitens  Unterstadt Podol

Eugen SKIBIN, Guide-Dolmetscher von «Prime Excursion Bureau“, gebürtiger Kiewer.

 

 Für die Mehrheit der gebürtigen Kiewer ist „Funiculaire“ sicherlich eine der markantesten Sehenswürdigkeiten Kiews, welche eine Menge von Erinnerungen hervorruft, insbesondere die, welche die Kindheit  betreffen. Diese Standseilbahn kam als ein „Wunder der Technik“ vor und es war jedes Mal ein echt fröhliches Erlebnis für jedes Kind eine „Funiculaire“- Fahrt mit den Eltern oder Freunden  machen zu können.     

Im Laufe von vielen Jahren ihrer Existenz wurde Standseilbahn „Funiculaire“ nicht nur zum einen der Symbole  Kiews, sondern auch zur historischen Sehenswürdigkeit, welche eine große Popularität bei Touristen und Gästen unserer Stadt genießt und deren Fahrgaststrom beeindruckt – ca. 4000 Personen/h und bis 5 Mio. im Jahr.

 Der Lageplatz Kiews, sein malerisches Hügelrelief mit sagenhafter Natur wurden in vielen Legenden, Chroniken, zahlreichen literarischen Werken der Dichter, Schriftsteller, Maler besungen.  Von alters her sind die geheimnisvollen Namen der Territorien an der Grenze zwischen der Ober- und Unterstadt erhalte, wie: Verliebte  „Verliebten“-Berg, „Hundepfad“, „Steiler Abstieg“, „Teufelsbürde“,  „Boritschev Tok“ und andere.  

 

Die Frage der Verkehrsmöglichkeiten zwischen beiden Stadtteilen stellte für die Kiewer schon von Anfang an ein großes Problem dar. Es wurden zwischen den Hügeln die Holzbrücken, Viadukte  geschlagen, welche nur teilweise dieses Problem gelöst hatten. Es wurde nur das Pferdefuhrwerk  benutzt. In der ersten Hälfte des XIX. Jahrhunderts entstand das „Kontor für Pferdekutschen“  und bald darauf die erste Fuhrwerkeisenbahn. Der „vierfüßige Freund“  konnte eigentlich nicht lange die enormen Belastungen aushalten.

 

Postkarte.  Ursprungliches Aussehen von Funiculaire.

 Die erste elektrische Straßenbahn im Russischen Imperium – Schöpfung des Generals Amand Struve (Deutscher nach der Herkunft) – war in Kiew 1892 in Betrieb genommen.  Er hatte auch die Eisenbahnbrücke über Dnepr, Wasserversorgungsanlage sowie eine  Gasbeleuchtungssystem in Kiew gebaut. 

Zu Ende des XIX. Jahrhunderts war Straßenbahn  das einzige mechanische Verkehrsmittel zwischen Podol und der Oberstadt. Die Straßenbahnstrecke befand sich auf dem heutigen Wladimir-Abstieg. Eine ähnliche Straßenbahnstrecke auf dem Andreas-Abstieg anzulegen war unmöglich, weil er sehr steil, schmal  und uneben war. 

Der steile Aufstieg zwischen Podol und Oberstadt schuf lange Zeit die Schwierigkeiten für die Kiewer. Bis Anfang des XX. Jahrhunderts stieg man in die Oberstadt auch   über die Holztreppen hinauf. Zum Beispiel, die zur Michael-Kathedrale führende Treppe zählte 500 Stufen und 36 Treppenabsätze.  Solcher Art Bewegungsbedingungen waren rein physisch schwierig für die Mehrheit der Städter.  

Die stürmische Entwicklung der Stadt brauchte eine dringende Verbesserung der Verkehrsbedingungen zwischen beiden Stadtteilen. Es entstanden viele Projekte und Ideen die Kiewer „Steilhänge“ zu „erobern“, bloß nur eine Idee des führenden Ingenieurs für Kommunikationslinien Arthur Abragamson hatte ihre praktische Anwendung gefunden. Es wurde die Entscheidung gefunden eine elektrische Standseilbahn, sog. „Funiculaire“  zu errichten. 

Das Wort „Funiculaire“ stammt vom lateinischen Wort «funiculus» ab, was ein Seil heißt und bedeutet  eine Fördertechnik, welche für nicht lange Entfernungen bei beträchtlichen Höhenwinkel eingesetzt wird. 

Das technische Projekt von Kiewer „Funiculaire“ hatten die Ingenieure N. Pjatnizky und N. Barischnikov ausgearbeitet. Die erste Zeit hatte man „Funiculaire“ als „Michael“- elektrischer Seilhub genannt 

Mit den Arbeiten an der Schaffung der „Seilbahn“ wurde es 1902 angefangen, welche 1905 schon vollendet waren. Die Kosten einer belgischen AG – Besitzers von Kiewer Straßenbahntransport -  machten 230.000 Rubel aus.  Im Vergleich mit der Straßenbahn waren die Betriebskosten von „Funiculaire“ erheblich höher, es war doch die einzige mögliche und zuverlässige Förderanlage für Steilhänge.  

 Solche Bestandteile der Ausstattung wie Waggonsgestelle und deren Zubehör sind in der Schweiz hergestellt worden, ausgehend davon, dass dieses Land eine große Erfahrung in diesem Bereich  hat. Die zuverlässige Arbeit der Anlage gewährten  zwei Gleichstrommotoren je 500 Volt Spannung und Leistung von 65 PS jeder. Es war eine spezielle Band-Bremse vorgesehen, welche automatisch oder manuell in Betrieb genommen wurde. Diese Bremse ermöglichte nicht eine höhere als die Betriebsgeschwindigkeit zu   erreichen und verhinderte die Anstöße der Waggons gegen Puffer der oberen und unteren Stationen. „Funiculaire“ bestand aus zwei Waggons mit dem Fassungsvermögen von je 70 Passagieren und Geschwindigkeit 2 Meter/Sekunde. 

Am 7. Mai 1905 fand die Probeinbetriebnahme der Standseilbahn statt und am nächsten Tag, dem 8. Mai begann schon der Passagiertransport.  „Funiculaire“ gilt für  das sicherste bzw. unfallfeste Verkehrsmittel. Seit 107 Jahre dessen Bestehens hatte  er nur eine Panne erlebt. Dies passierte während der Renovierungsarbeiten 1928. Der auf dem oberen Bahnsteig befindliche Waggon stürzte hinunter und prallte gegen den unteren Waggon. Das die Instandsetzungsarbeit vollzogene Personal war nicht verunglückt, weil die Arbeiter rechtzeitig den abstürzenden Waggon sahen und verließen  schnellstens den unteren. Vom gewaltigen Schlag deformierten sich erheblich die Waggons und sollten dann von Anfang an wiederhergestellt werden.  

 

Michael-хGoldkuppel-Kathedrale  Brunnen der Großmärtyrerin Barbara  

Auch in diesem Jahr wurden die freien/geöffneten (ohne Dächer) Holzwaggons durch  die metallischen Waggons mit Dächern ersetzt, deren Fassungsvermögen je 100 Passagiere war.  Diese Waggons sind im Kiewer Werk namens Dombal (für elektrische Straßenbahnwaggons) hergestellt worden und  unterschieden sich von den vorherigen durch den erhöhten Komfort und das moderne Design.  Während der Instandsetzung der Standseilbahn 1929 wurde deren Förderstrecke  auf 40 Meter bis zum heutigen Postplatz verlängert.  Das ursprüngliche Projekt sah solche Förderstrecke vor,  wurde eigentlich aufgrunde der Beachtung des Gesetztes über den Schutz des privaten Eigentums nicht realisiert:  die Besitzerin  eines der Gehöfte dieses Ortes  forderte für den Abriss ihres „Eigentums“ eine für die Stadtverwaltung zu hohe  Entschädigung.   

 

Während der Sowjetmacht hatte man diese Frage auf „einfache Weise“ gelöst:  das Erdgeschoss des Wohnhauses wurde für den Ausgang der Standseilbahn durchgeschlagen und die oberen Etagen bewohnten weiter die Einwohner dieses Hauses.   1984 ließ man die Hausbewohner umziehen, das Haus wurde abgerissen  und an dessen Stelle   entstand das Vestibül in heutiger Ausführung. 

Die letzte Rekonstruktion  der Standseilbahn erfolgte 1984-1986. Diesmal wurde die obere Station auf 5 Meter verlängert, die untere Station war umgebaut, die Hauptmechanismen der Seilbahn ist erneuert worden. Die Länge der Seilbahn beträgt heute 222 m.,  Spurbreite 1200 mm., Fahrzeit  – 2-3 Min., Geschwindigkeit – 2 м/с.

 Zurzeit wird es an  einem neuen Projekt der Rekonstruktion der Anlage gearbeitet, welches unmittelbar mit den bevorstehenden Restaurationsarbeiten im Park „Wladimir-Berg“ übereinstimmt wird.  

Als alles Ungewöhnliches  ist auch Kiewer „Funiculaire“ von Legenden und Gerüchten umgehüllt   worden. Die Gegend, wo sich diese Anlage befindet, nannte man im Altertum während der Regentschaft  des Großfürsten Wladimir als „Teufelsbürde“. Hier lag der Weg, der die Oberstadt mit der Unterstadt Podol verband. Der Überlieferung zufolge sollte auf diesem Weg der heidnische Götze „Perun“ zum Dnepr geschleppt werden, welchen der Fürst Wladimir in diesen Fluss stürzen ließ. Die Bezeichnung „ Teufelsbürde“ kann man als „schwer belastet ist der Teufel“   interpretieren.  

 

 

 Denkmal  für den Fürsten Wladimir I (Grossen)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine längere Zeit befand sich hier ein Garten, der durch schlechten Ruf bekannt war. Über die „Teufeleien“ dieses Ortes wird in vielen literarischen Quellen der einheimischen Schriftsteller und Forscher erwähnt, wo sich angeblich die Hexen versammelten…  Der Historiker Maxim Berlinsky nannte diesen Ort  - „Schrecken für Kiewer“.  

 

 

Skulptur im Park  "Wladimir-Berg"

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ungeachtet der zahlreichen mystischen Geschichten, die mit dem Lageplatz von „Funiculaire“  verbunden sind, ist er für die Kiewer zu dem romantischsten Verkehrsmittel, echter  Sehenswürdigkeit unserer Stadt geworden, dessen Silhouette sich in der Landschaft des „Wladimir-Berges“ verewigt hatte. Die Kiewer sind nach wie vor auf ihre Standseilbahn stolz und empfehlen den Gästen und Touristen während der Stadtbesichtigung eine Fahrt mit  „Funiculaire“  als absolutes Muss zu machen.     

 

 September 2012.