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Dienstag, 16 August 2022

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Artikel > Kathedrale des heiligen Fürsten Wladimir

 Skibin Evgeniy,
Stadtführer, Dolmetscher

 

1852 wendete sich der Metropolit Filaret an die Einwohner unserer Stadt mit der Idee eine Gedenk- Kathedraleanlässlichder 900-Jahrfeier der Christianisierung von Kiewer Rus auf den heiligen Hügeln zu errichten, die den ruhmreichen Taten von Wladimir dem Großen würdig sein könnte.

Dieser Aufruf des Metropoliten, der als erster 7.000 Rubel gespendet hatte, fand den Anklang in den Herzen der Gläubigen und Städter: innerhalb von sieben Jahren hatten die Kiewer ca. 100.000 Rubel gesammelt und das Kiewer Höhlen-Kloster hatte für den Bau ca. 1 Mio. Ziegel geliefert, die in seinem eigenen Ziegelwerk hergestellt worden waren.

Am 15. Juni 1862,   dem Wladimir-Gedenktag hatte der Metropolit Arsenij den Grundstein zur zukünftigen Wladimir-Kathedrale gelegt.  
     
 Das ursprüngliche Projekt war im alten byzantinischen Baustil vorgesehen, der für die Sakralbauten in der Kiewer Rus während Regierungszeiten von Großfürsten Wladimir und Jaroslav dem Weisen typisch war. Laut diesem Projekt sollte die immense Kathedrale im Grundriss eine Kreuzform haben und mit dreizehn Kuppelngekrönt werden. Diese kühne Idee konnte durch den Mangel an Finanzen nicht realisiert werden und das vorhandene Projekt war umgearbeitet worden. Dadurch haben wir heute eine „reduzierte“ Variante der Kirche mit sieben Kuppeln.
Der Bau dauerte bis 1864 als die schon bis Kuppelraum aufgebauten Wände sowie Bögen und Gewölben plötzlich die tiefen Risse aufgewiesen hatten.  Der Bau wurde stillgelegt. Für die Rettung des Bauvorhabens wurden kolossale Geldmittel  gefordert. Zehn Jahre wartete die nicht fertiggebaute Kathedrale auf ihr weiteres Schicksal.
1875 sind nach dem Geheiß des Zaren Alexander III die Bauarbeiten wieder aufgenommen worden und 20 Jahre nach der Grundsteinlegung 1882 ist die Errichtung der Kathedrale endlich vollendet worden. Zu deren inneren Bemalungsarbeiten wurden die besten Meister damaliger Zeit  herangezogen.
Mit der Leitung dieser Arbeit wurde der Professor der Künste Adrian Prachov beauftragt. Er war ein hervorragender  Kenner des russischen Altertums, Kunsthistoriker, Archäologe, sein Name ist in der Geschichte Kiews verewigt worden. Es war gerade Herr Prachov, der in der Kirill- Kirche die unschätzbaren Fresken des XII. Jhs freigelegt hatte.
In der „Kapelle“ der Künstler, die an der Bemalung der Kirche teilgenommen hatten, spielte die erste „Geige“ zweifellos der berühmte Maler Viktor Wasnezov. Einen erheblichen Teil seines Lebens hat er diesem Gotteshaus gewidmet. Allein für die Schöpfung der Gottes-Mutter- Gestalt im Altarraum wurden 2 Jahre und die der Bemalung ganzer Kathedrale – 11 Jahre ununterbrochener   Arbeit benötigt. Es war sein Lebenswerk.   
Seit 1885  hatte sich der Künstler seinem Kiewer Meisterwerk mit solchen Anstrengungen, Begeisterung und Glauben hingegeben, mit welchen die von ihm dargestellten Heiligen dem Herrn Gott gedient hatten.
 Die Kirche wurde schlecht geheizt und Wasnezov wurde oft krank; er stürzte von Gerüsten einige Male runter, was ihm beinahe sein Leben gekostet hätte, aber die Gottes-Gnade hütete ihn. 
Unter seinen Werken ist eines der besten in der Geschichte der religiösen Malerei zweifellos die Gestalt von Gottes-Mutter im Altarraum.  Auf eine wundervolle Weise erschien die Madonna auf der Altarwand.
Laut eigenen Aussagen konnte sich der Künstler lange nicht zurechtfinden wie die Gestalt der Mutter Gottes von ihm dargestellt werden sollte. Sein kompliziertes Vorhaben bestand darin, das Göttliche und das Menschliche im Antlitz der Himmelszarin gegenüberstellen sowie  die Tiefe Ihrer Leiden und die heilige Ergebenheit diesen Leiden wiedergeben zu können. All das forderte ungewöhnliche Begeisterung, Meisterschaft und letztendlich die Gottes Hilfe. Da kam hier dem Maler die Muttergottes Selbst zur Hilfe.
 
 
Mit großer Überraschung entdeckten Wasnezov und Prachov früh morgens beim Betreten der Kirche  einen deutlichen Schatten der Gestalt von Heiliger Jungfrau mit dem Gottes-Kind in den Händen auf der Altarwand.
Ohne die Fassung zu verlieren, packte   Wasnezov umgehend die Farben, kletterte auf Gerüste und begann schnellstens die wundervolle Gestalt   nachzuziehen. Der wunderschöne Schatten taute allmählich und an dessen Stelle waren die von der Hand des Künstlers festgelegten Umrissen zu sehen. Diesem Gottes-Wunder zu verdanken, kann man heute die einmalige nach deren Tiefe und künstlerischer Darstellung heilige Gestalt von Mutter-Gottes bewundern.
Der geniale Meister Wasnezov hatte folgende Kompositionen geschrieben: „Sakrament der Eucharistie (des heiligen Abendmahls)“, „Konzil der Heiligen“ der russischen und ökumenischen Kirchen, „Heilige Propheten“, „Gott ist das Wort“, „Gott ist der Vater“, „Gott ist der Sohn“, „Christi ist Erlöser“, „Taufe des Fürsten Vladimir“, „Taufe der Kiewer“, „Das höchste Gericht“, „Seligkeit von Paradies“, „Sündenfall“, die Gestalten der zentralen Ikonenwand, Darstellungen von Heiligen und Fürsten sowie einige Medaillons und Ornamente.  
     
 
 
Insgesamt hatte Viktor Wasnezov innerhalb von 11 Jahren der anstrengenden Arbeit ca. 2000 m² der Kathedrale bemalt. Zum Abschluss dieser Arbeiten sagte er seine berühmte Phrase, die als Bilanz zu seiner Großtat gelten kann: „Ich habe die Kerze Herrn Gott gestellt“.
Der vom Herrn Prachov für die Bemalung der Kathedrale herangezogene begabte und junge Maler Michail Nesterov hatte auch ins gesamte Gemälde des Gotteshauses die unerhört zärtlichen und lyrischen Gestalten eingetragen. Seine bemerkenswerte Besonderheit besteht in der Darstellung mittels Farben nicht des realen Ereignisses, sondern dessen Wohlgeruch, etwas Ungreifbares, Unmerkliches…
Dem Nesterovs Pinsel gehören die Gestalten von Heiligen  Cyrill und Methodius (Gründer des slawischen Alphabets), Fürsten Boris und Gleb, Großfürstin Olga,  Großmärtyrerin Barbara, Heiligen Konstantin und Elena, andere Ikonen der Ikonenwand.  Eine Note der Zartheit und Wärme verleihen der gesamten Palette der Malerei die von Nesterov geschaffenen Kompositionen „Christi- Geburt“, „Epiphany“, „Auferstehung Christi“ und andere.
An der Freskomalerei beteiligten sich auch der Maler Wilhelm Kotarbinsky und die Brüder Swedomsky, die Autoren von Werken „ Schöpfungstage“, „Verklärung Christi“, „Himmelfahrt“, „Auferstehung Lazarus“, „Einzug Christi in Jerusalem“ und andere. Wenn die beiden ersten Maler Wasnezov und Nesterov definierte  Professor Prachov scherzhaft als „griechisch“, so dann die nächsten als „varangian“ orientierten Künstler.   
 
Tatsächlich, die Zöglinge der europäischen Akademie - Brüder Swedomsky und Kotarbinsky waren offensichtlich zur westeuropäischen Malereiart geneigt. Ihre Werke  sind  ein würdiger Hintergrund für die einzigartigen und eigenständigen Meisterwerke von Wasnezov und Nesterov, die als Hymne für Renaissance der russischen Nationalmalerei angesehen werden.
Die Ikonenwand der Kathedrale ist aus dem rauchgrauen Karrara-Marmor angefertigt worden,   der als bester auf der Welt gilt.
Der Boden der bergigen Ortschaft italienischer Provinz Toskana ist reich an diesem einmaligen Material, aus dem der berühmte Michelangelo seine genialen Meisterwerke meißelte und die florentinischen Gotteshäuser gebaut worden sind.
Verschiedenfarbige Marmorarten aus Italien, Frankreich, Belgien, Russland und Spanien verzieren das Interieur der Wladimir-Kathedrale. Aus dem Marmor ist auch der Mosaikbodenbelag ausgelegt worden. An der Mosaikverzierung nahmen auch die Meister aus Venedig teil.
 
Professor Prachov war auch der Autor einer Reihe von Interieur –Details u.zw, von massiven Bronzetüren, auf denen wir Bronzegussgestalten der Fürstin Olga und ihres Enkels - Fürsten Wladimir sehen.    Die prunkvollen Gebrauchsgegenstände aus Silber sind auf Bestellung der Kirche von dem namhaften  Juwelierunternehmen der Dynastie Chlebnikov angefertigt worden. 
 
Am 20. August 1896, 34 Jahre nach der Grundsteinlegung, fand die langersehnte Einweihung der Wladimir- Kathedrale statt. An diesen Feierlichkeiten beteiligte sich der Imperator Nikolai mit seiner Gattin Alexandra Fjodorovna. Der Metropolit Johan hatte  das Gotteshaus eingeweiht.  
 
Also, die majestätische Kathedrale entstand nach der Initiative des Zaren Nikolai I, wurde in den Regierungszeiten von Imperatoren Alexander II und Alexander III gebaut und bei Nikolai II eingeweiht.
 
Die Kommunisten benutzten die Kirche auf „eigene Art“. Im Zeitraum 1029-1941 war hier das sog. Museum der antireligiösen Propaganda untergebracht. Die ständige Feuchtigkeit wirkte schädlich auf die Fresken und Malerei, die unter Gefahr der Vernichtung waren. Während der Besatzung der Stadt wurde der Gottesdienst wiederhergestellt und nach dem Kriege eingestellt. Erst in 60-er kriegten die Gläubigen ihre Kirche zurück.
 
Heute werden hier die Reliquien der Großmärtyrerin Barbara und des Märtyrers Makarij aufbewahrt. Die Reliquien der Großmärtyrerin Barbara waren nach Kiew vom Fürsten Swjatopolk gebracht worden. Viele Jahrhunderte hindurch waren diese im Michael-Goldkuppelkloster in einem 500 kg-Silberschrein aufbewahrt.
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