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Gutshaus von Lopuchinis 18. Jh. am Fluss Ros in der Stadt Korsun- Schewtschenkovsky, Tscherkassy-Region
Montag, 17 Januar 2022

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Artikel > Kleines Louvre. Honore de Balzac in der Ukraine. Liebesgeschichte von Honoré de Balzac und Gräfin Ewelina Hanska

Krawez Tamara, Einwohnerin der Stadt Zhitomir, leidenschaftliche Anhängerin des Schaffens von Großen Honore de Balzac.    Bilder von S.Tarasov.   Extra für „Prime Excursion Bureau“.

Paris, Pariserinnen…  Beinahe jeder Ukrainer bzw. jede Ukrainerin träumt davon, dort einmal gewesen zu sein. Der Große Franzose und Romanschreiber, dessen Name man in der ganzen Welt kennt -  Honore de Balzac hat eine große Menge von Büchern über die Liebe und Frauen geschrieben, fand hingegen seine Liebe in der Ukraine, im Dorf Werkhownja vor Stadt Berditschew des Zhitomir-Bezirkes. Im fernen 1834 Jahr traf Honore de Balzac erstmals die Schönheit Ewelina Hanska, Schwester des polnischen Schriftstellers Heinrich Rzhevutsky. Sie ist jung, schön, reich, stammt aus einer alten Familie des polnischen Hochadels. Ihr Gatte Ventseslav Hansky ist Graf, Adelsmarschall im Volin-Gebiet der West-Ukraine, sehr reicher Großgrundbesitzer, nahm Teil im Krieg mit Napoleon 1812, wofür mit vielen Orden ausgezeichnet wurde. Er ist 22 Jahre älter als seine Gattin Ewelina, sie haben gemeinsame Tochter.   Ewelina Hanska führt ein ruhiges Leben auf dem Landhut Werkhownja in der West-Ukraine. Die hochausgebildete junge Gräfin las gerne die Romane, um etwas der Langweile zu entkommen. Ihr Lieblingsschriftsteller war Honore de Balzac. Das von ihm dargestellte Leben in Paris faszinierte sie.

Die Liebesgeschichte vom literarischen Genie und der Gräfin Ewelina Hanska entwickelte sich eine längere Zeit und erweckt bis heute ein großes Interesse.    

Die Hochzeitzeremonie fand im römisch-katolischen Dom von St. Barbara der Stadt Berditschew statt. Dieser Dom ist auch heute aktiv und lockt nicht nur die Gläubigen, sondern alle, die ein gutes Andenken vom großen französischen Schriftsteller und seiner Liebe zur Gräfin Ewelina Hanska behalten.

Bild 1. Dom der St. Barbara der Stadt Berditschew  

 Eines Tages schrieb Ewelina Hanska  dem Schriftsteller einen Brief und unterschrieb diesen geheimnisvoll: „die Fremde“. Der Brief weckte die Neugier und der Schriftsteller beantwortete ihn. Dadurch fing der Briefwechsel zwischen beiden an, der siebzehn Jahre dauerte. Diese ganze lange Zeit wartete Balzac auf seine schöne Gräfin. Die beiden, die sich zwischendurch ineinander verliebt hatten, trafen sich zum ersten Mal 1834 in der Schweiz, in der Ortschaft Neuchâtel. Sie unterhielten sich über die Zukunft, Vorhaben, doch es gab ein triftiges Hindernis dabei – Ewelina war verheiratet. Der Schriftsteller führte sein chaotisches Leben weiter, schuf viele Projekte, die bald scheiterten, ergab sich vollkommen dem Schreiben. Trotz seiner Beziehungen mit verschiedenen „Beschützerinnen“ steht sein Herz treu zu Frau Hanska.

Im Jahre 1842 verstart der Gatte von Ventseslav Hansky Herr Ventseslav Hansky. Balsac war  besessen von der Idee Ewelina Hanska wieder zu sehen und sie zu heiraten. Doch die ganze komplizierte Abwicklung, die mit der Erbschaft verbunden war, verlegte ihr Wiedersehen auf ein Jahr. Erst ein Jahr später nach dem Tod des Grafes Hansky trafen sich Honore de Balzac und Ewelina Hanska in Sankt- Petersburg.  

Balsac und Frau Hanska unternahmen eine Reise durch Europa, die einige Monate dauerte. Daraufhin kehrte Balsac nach Paris zurück und setzte die Arbeit an seinem großen Werk „Die menschliche Komödie“ fort. Er arbeitete fleißig von den neuen Hoffnungen inspiriert – Frau Hanska war von ihm schwanger. Seine Pläne über die baldige Heirat sahen ganz deutlich wie nie zuvor aus. Balzac erwarb ein Haus in Frankreich und wartete auf die Ankunft seiner zukünftigen Gemahlin. Inzwischen befasste sich Frau Hanska mit den Erbschaftsproblemen. Sie sollte diese lösen bevor sie sich in Frankreich für immer niederlässt. Ihr Glück wurde ganz unerwartet durch tragisches Ereignis verdüstert – Ewelina Hanska hatte Fehlgeburt.

Sie fuhr nach Frankreich, doch ihr Aufenthalt dort war kurz. Voll Schmerzen über den Verlust des Kindes kehrte sie  in die Ukraine zurück. Im Winter ein Jahr später kam sie wieder nach Paris und verbrach zwei Monate mit Balzac. Ihre Anwesenheit belebte den Schriftsteller wieder. Zu dieser Zeit schrieb er und veröffentlichte gleichzeitig drei Romane: „Cousin Pons“, „Der Abgeordnete von Arcis“ und „Die letzte Inkarnation von Vautrin“.

Das Glück hielt leider nicht lange: die Gräfin fährt zurück in die Ukraine und verlegte das Wiedersehen bis zum Herbst. Trotz seinem Erfolg als Schriftsteller liefen die Geschäfte bei Balzac ziemlich schlecht.  

Im Herbst 1847 ging es Balzac sehr schlecht. Viele Sorgen um seine Schulden kosteten ihm die schlaflosen Nächte und Probleme mit Gesundheit. Er entschied sich zu seiner lieben Frau nach Ukraine zu fahren. Die Reise mit dem Zug und dann weiter mit einer Kutsche war sehr anstrengend und lang. Fast zwei Wochen nach seiner Abfahrt aus Paris erreichte er die Stadt Berditschew. Er war doch viel schneller als der Brief, mit dem er seine Ankunft ankündigte. Er war begeistert von den Schönheiten des Landgutes Werkhownja und nannte es als „kleines Louvre“.   Er beabsichtigte möglichst länger bei Ewelina Hanska zu weilen. Er besuchte zwischendurch Kiew und arbeitete an seinen Romanen weiter.

 Doch durch dringende Angelegenheiten, die seine Geschäfte betrafen, sollte Balzac früher nach Paris fahren. Frau Hanska fuhr nicht mit. Gemäß damaligen russischen Gesetzen musste man auf das Vermögen in der Heimat verzichten, wenn man einen Ausländer heiratet. Diesbezüglich richtete Gräfin Hanska ein Gesuch an den damaligen Imperatoren Nikolai I und wartete auf die Antwort. Honore de Balzac wurde zu der Zeit sehr krank und sein Gesundheitszustand war hoffnungslos. Mit dem Schreiben hatte er aufgehört. Der inzwischen eingetroffene Brief von Ewelina Hanska, in dem sie ihn bat  zu ihr in die Ukraine zurückzukehren und  mit ihr zu leben,  hatte Balzac sehr erfreut  und Optimismus inspiriert. Er machte sich sofort auf die Reise, ohne seinen Arzt davon berichtet zu haben.

Balzac traf in Werkhownja am Jahresende 1848 ein. Anfang 1849 war das Gesuch der Gräfin vom Imperator abgelehnt worden und sie hatte die Entscheidung getroffen ihr Vermögen bzw. Güter ihrer Tochter zu verschenken  und den Schriftsteller Honore de Balzac zu heiraten. Nur ein enger Kreis von treuen Freunden waren zur Hochzeit in der Stadt Berditschew eingeladen worden. Nach der Hochzeitzeremonie war das Brautpaar in Kürze nach Paris gefahren, wo sie geblieben waren.

Der berühmte Schriftsteller Honore de Balzac und seine Gattin Ewelina Hanska sind auf dem Père-Lachaise Friedhof in Paris begraben.

Diese ungewöhnliche Liebesgeschichte fasziniert bis heute viele Menschen. Die drei Zimmer im ersten Stock des kleinen Palais in Werkhownja, wo Balzac während seines Aufenthalts gelebt hat, sind heute in ein kleines Museum verwandelt worden. Dort kann man den Schreibtisch des Schriftstellers, Porträts und verschiedene Unterlagen sehen, die sich auf kurzes aber glückliches Zusammenleben von H. Balzac und E. Hanska beziehen.

 

 
Bild 2. Palast  von Hanska, Siedlung Werkhiwnja.    Bild 3. Parkbrücke,  Siedlung Werkhiwnja.

Durch die gepflegten Parkalleen des Gehöftes bummelnd und die für hiesige Ortschaft ungewöhnliche Architektur des Palastes von Familie Hanskies bewundernd (nicht zufällig bezeichnete es Balzac als „Kleines Louvre“) empfindet man die Atmosphäre der damaligen fernen Zeiten, und ist stolz darauf, dass hier einst so große und berühmte Menschen spazierten, die zu lieben verstanden und die Liebe schätzten.

Der Palast lebt weiter. In ihm іst ein Сollege untergebracht, wo die jungen Leute das Landwirtschaftswesen studieren. Die zukünftigen Agronomen und Zootechniker pflegen sorgsam und mit der Liebe mit dem Erbe von Hanskies umzugehen. Wie schon oben erwähnt wurde, befindet sich hier ein interessantes und sehenswertes Museum.