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Goverla – der höchste Berg in der Ukraine (Karpaten)
Donnerstag, 19 Mai 2022

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Artikel > Schauspiele in Kiewer Staatsoper

Die Geschichte der ständigen Theateroperntruppe beginnt im Jahre 1867. Das ursprüngliche Gebäude brannte 1896 nieder. Danach entstand das heutige Bauwerk, das im Jahre 1911 zum Zeuge eines tragischen Ereignisses wurde – während der Aufführung wurde der Ministerpräsident des russischen Imperiums P. Stolipin erschossen. Dieser Schuß, der den Lauf der russischen sowie in großer Masse auch der Weltgeschichte geändert hatte, verlieh dem Theater eine gewisse fatale Aura, über welche alle hervorragenden Opernbühnen der Welt verfügen sollten.

Seit 1901 steht an der Kreuzung von zwei lärmenden Zentralmagistralen Kiews ein schönes Bauwerk, das vom hervorragenden Architekten W. Schröter errichtet worden ist. Einst war es das Theater in Zarenrussland mit der größten Opernbühne: Breite: 34,3 m., Tiefe: 17,2 m., Höhe: 22,7m. Es war mit der modernsten Technik ausgestattet und das Gebäude war so robust, dass dessen Rekonstruktion erst nach 80 Jahren benötigt wurde.

 

 

Ballett "Der Meister und Margarita"

Michail Bulgakow 15. Mai 1891 in Kiew geboren, Russisches Reich; † 10. März 1940 in Moskau, Sowjetunion) war ein sowjetischer Schriftsteller. Er gilt als einer der großen Satiriker der russischen Literatur.

Nach dem Abitur am Kiewer Ersten Gymnasium 1909 schrieb er sich an der Medizinischen Fakultät der Kiewer Universität ein. 1916 erhielt er das Diplom eines Arztes und trat eine Stelle auf dem Land im Gebiet Smolensk an, bevor er in dem Ort Wjasma praktizierte. 1915 heiratete er Tatjana Nikolajewna Lappa.

Zur Zeit des Russischen Bürgerkrieges wurde Bulgakow im Februar 1919 als Arzt in die Ukrainische Republikanische Armee einberufen. Er desertierte nach kurzer Zeit und schaffte es, in selbiger Funktion in der Roten Armee unterzukommen. Schließlich landete Bulgakow bei den südrussischen Weißen Garden. Eine gewisse Zeit verbrachte er bei den Kosaken in Tschetschenien, später verschlug es ihn nach Wladikawkas.

Ende Oktober 1921 zog Bulgakow nach Moskau und begann für eine Reihe von Zeitungen (Sirene, Arbeiter) sowie Zeitschriften (Der Medizinische Arbeiter, Russland‚ Wiedergeburt) zu arbeiten. In dieser Zeit publizierte er vereinzelte Prosastücke in der in Berlin erscheinenden Exilantenzeitung Am Vortag. Zwischen 1922 und 1926 druckte die Sirene mehr als 120 seiner Reportagen, Essays und Kolumnen.

1923 trat Bulgakow dem Allrussischen Schriftstellerverband bei. 1924 traf er Ljubow Jewgenjewna Beloserskaja, die er im Jahr darauf heiratete. 1928 bereiste das Paar den Kaukasus und besuchte die Städte Tiflis, Batumi, Wladikawkas und Gudermes. In Moskau fand im selben Jahr die Premiere von „Blutrote Insel“ statt. Der Autor entwickelte in dieser Zeit die ersten Ideen zu „Der Meister und Margarita“ und begann die Arbeit an einem Stück über Molière mit dem Titel „Sklaverei der Frömmler“. 1929 begegnete er Jelena Sergejewna Schilowskaja, die 1932 seine dritte Frau wurde.

Ab 1930 wurden die Werke Bulgakows nicht mehr veröffentlicht, seine Stücke und das Spektakel „Tage von Turbinies“ verschwanden von den Spielplänen der Theater. In Briefen an seinen in Paris lebenden Bruder Nikolai beklagte sich Bulgakow über die für ihn undankbare Situation und seine beschwerliche materielle Lage. Zur selben Zeit wandte er sich auch an die politische Führung der UdSSR mit der Bitte, ihm entweder die Emigration oder eine Arbeit als Regie-Assistent am МХАТ (Moskauer Tschechov- Kunsttheater) zu verschaffen. Stalin persönlich rief Bulgakow an und versprach Hilfe. Der Autor arbeitete 1930 zunächst im Zentraltheater der werktätigen Jugend TRAM, dann bis 1936 im MXAT in der Funktion eines Regie-Assistenten. 1932 war er an der Inszenierung von Gogols Die toten Seelen beteiligt. Ab 1936 fand er sich im Bolschoi-Theater als Librettist und Übersetzer wieder.

1936 fand die Premiere von Molière statt. Im Jahr 1939 arbeitete Bulgakow an dem Libretto Raschel (Рашель) und an einem Stück über Stalin (Batum). Entgegen der Erwartung des Autors wurden Veröffentlichung und Aufführung verboten. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich rapide. Die Ärzte diagnostizierten hypertonische Nephrosklerose. Er begann, seiner Frau Jelena Sergejewna die letzten Varianten seines Romans Der Meister und Margarita zu diktieren. Ab Februar 1940 hielten Freunde und Verwandte Wache am Krankenbett. Am 10. März starb Bulgakow.

 

„Der Meister und Margarita“ ist der bekannteste Roman des russischen Schriftstellers Michail Bulgakow und ein Klassiker der russischen Literatur des 20. Jahrhunderts.

Bulgakow schrieb den Roman ab 1928 und gab ihm kurz vor seinem Tod im Jahre 1940 mit Hilfe seiner Frau den letzten Schliff. Das von der Zensur um 12 Prozent gekürzte Werk erschien in einer ersten Episode im November 1966 in der Zeitschrift „Moskau“. Die 150.000 Exemplare der Zeitschrift waren binnen weniger Stunden ausverkauft, und so ging es auch mit den weiteren Episoden. Viele Russen verschlangen den Text des Romans und konnten ihn auswendig wiedergeben. Gruppenlesungen fanden statt, und es wurde auch öffentlich von nichts anderem geredet. Die von der Zensur herausgekürzten Teile wurden heimlich mit der Schreibmaschine oder handschriftlich vervielfältigt und vertrieben.

Der Roman schildert in einer allegorischen und witzigen, satirischen Weise das Leben in Moskau zu dieser Zeit. Viele Kritiker zählen den Roman zu den wichtigsten russischen Erzählungen des 20. Jahrhunderts und halten sie für eine der besten Satiren der Zeit, gerichtet gegen die starre Bürokratie der leidenschaftlich atheistischen Sowjetunion.

Das zweite Hauptthema des Romans ist mit den menschlichen Werten wie Gut und Böse, Gott und Teufel, Leben und Tod verbunden. Die Stellung des Autors zu den Fragen des ewigen Wechselspiels zwischen dem Guten und dem Bösen und zu Gewalt und Humanität spielt neben der oben erwähnten Darstellung des Moskauer Lebens eine besonders wichtige Rolle. Einige Kapitel enthalten eine modernisierte und wissenschaftliche Erzählung über Pontius Pilatus während der letzten Tage „Jeschuas“ als Reflex zum Atheismus seines Umfeldes. Die Erlösung aller Beteiligten und das Gute selbst im Teufel steht hierbei im Mittelpunkt.

Ein weiteres Thema des Romans ist das des Künstlers und der Kunst. Begleitet von verschiedenen Gehilfen – am auffälligsten ist ein riesiger Kater namens Behemoth (Nilpferd) – erscheint eines Tages in der Karwoche der Teufel in Moskau, getarnt als der Ausländer Voland, ein Artist und „Professor für Schwarze Magie“. Er bringt alsbald einige Verwirrung in das Stadtleben; besonders konzentriert sich das Geschehen auf das Haus Sadowaja 302b, Wohnung 50, (mittlerweile eine Pilgerstätte für Bulgakow-Fans) deren Bewohner und Nachbarn schon seit zwei Jahren der Reihe nach auf mehr oder weniger einfallsreiche Weise verschwinden. So kommt es unter anderem zu einem unheimlichen Todesfall und einer Verhaftung, während ein anderer Bewohner sich plötzlich nach Jalta versetzt sieht. Die Moskauer, besonders die offiziellen Stellen, versuchen all dies und auch die sonstige Verwirrung, die Voland anrichtet, meist naturwissenschaftlich zu erklären, wobei oft Massenhypnose für alles verantwortlich gemacht wird.

Die erste Hälfte des Buches geht dem Ende zu, als erstmals der Held erscheint, ein ehemaliger Schriftsteller von etwa 38 Jahren, der seinen Namen vergessen hat und sich nach dem Kosenamen, den seine frühere Geliebte für ihn hatte, nur den „Meister“ nennt. Er begegnet einem dem Leser schon länger bekannten Insassen eines Irrenhauses, der dorthin kam, weil er seiner Erlebnisse von Voland wegen für verrückt gehalten wurde. Der Meister erzählt sein Leben: Als Historiker an einem Moskauer Museum und hochgebildet, hatte er zwei Jahre zuvor zufällig hunderttausend Rubel gewonnen, in einer neuen Wohnung (die, obgleich nur im Keller, den Meister noch immer zum Schwärmen bringt) ein neues Leben begonnen und angefangen, an einem Roman über Pontius Pilatus zu schreiben. In dieses neue Leben trat eine verheiratete Frau, die seine große Liebe wurde. Als der Roman fertig war, fand sich kein Verleger, der bereit war, ihn zu drucken. Lediglich ein längerer Auszug wurde veröffentlicht, was in der Presse sofort heftige Beschimpfungen des Autors hervorrief. Der Meister verfiel in Wahnsinn, wurde zuerst wegen Besitzes illegaler Literatur verhaftet und ging dann offenbar freiwillig in eine psychiatrische Klinik. Seine Geliebte hat er seither nicht wieder getroffen.

Diese selbst, Margarita, ist mit ihrem Leben unzufrieden, obwohl sie materiell durch ihren reichen Gatten bestens versorgt ist. Sie liebt den Meister und sehnt sich noch immer nach ihm. Als ihr Mann einmal abwesend ist, lässt sie sich auf einen Handel mit einem Gehilfen Volands ein, da dieser – das ist das Geheimnis der verhexten Wohnung Nr. 50 – dort einen Ball geben will und dafür eine „Ballkönigin“ benötigt. Diese Rolle soll Margarita übernehmen, die durch eine Salbe zur Hexe wird. Zum Dank für die anstrengende Aufgabe der Ballkönigin (sie muss sich drei Stunden ununterbrochen von der Masse der Gäste das Knie küssen lassen) wird ihr der Wunsch erfüllt, noch einmal mit dem Meister in dessen Kellerwohnung leben zu dürfen.

Auf Anweisung Jesu hin erlöst Voland den Meister und Margarita schließlich mit dem Tod; sie haben „Ruhe verdient“.

Das zweite Hauptthema behandelt in durchaus realistischer Weise Pilatus während der letzten Tage Jesu, hier „Jeschua“ genannt. Pilatus ist krank und unzufrieden und würde am liebsten Gift nehmen; das einzige Wesen, das er liebt, ist ein Hund. Jeschua, ein friedlicher Mensch, der seine Ethik noch radikaler lebt als der biblische Jesus, spendet ihm zunächst etwas Trost, und Pilatus spielt mit dem Gedanken, den Todgeweihten zu begnadigen; als er jedoch von Jeschuas Gedanken zum Staat hört, muss er das Todesurteil bestätigen, was seine geistige Lage nur noch verschlimmert. Eine weitere tragikomische Figur in diesem Teil des Romans ist Jeschuas Jünger Levi Matthäus, der dessen Worte falsch versteht und ebenso falsch niederschreibt; die Auferstehung Jesu ist sogar eine von ihm verfasste bewusste Fälschung.

Dieser Handlungsstrang wird parallel zu der Haupthandlung, und zwischen den anderen Kapiteln erzählt; wie der Leser erfährt, ist der Inhalt der Jeschua-Kapitel mit dem Roman des Meisters identisch. Das erste Mal tritt ein Teil dieser Handlung auf, als Voland einen hartnäckigen Atheisten von der Existenz Jesu zu überzeugen versucht und ihm ein erstes Stück dieser Geschichte erzählt.

Am Schluss des Buches laufen beide Handlungsstränge zusammen, als der Meister und Margarita nach ihrem Tod von Voland und dessen Gehilfen auf dem Weg zu ihrem „ewigen Haus“ in der Osternacht durch die Wildnis geführt werden und später Jerusalem gezeigt bekommen. Nicht weit von der Stadt sitzt der depressive Pilatus, den der Meister auf einen Hinweis Volands (und damit wohl auf Anweisung Jesu, der den Roman des Meisters gelesen hat) mit der Nachricht, Jeschua warte auf ihn, in den Himmel schickt und so erlöst.

Bemerkungen

Der Roman wurde in der Zeit zwischen 1928 und Bulgakows Tod 1940 verfasst und kann so als Lebenswerk des Autors angesehen werden. Er enthält daher praktisch jede Art der Literatur: Fiktion und Elemente aus Sagen wechseln sich ab mit der realistischen Schilderung historischer wie damals zeitgenössischer Umstände, Satire erscheint ebenso wie Witz ohne Hintergedanken (man denke an die Streiche Behemoths), und einen wesentlichen Teil des Romans machen neben der ewigen Liebe der Hauptfiguren die Religiosität und Philosophie Bulgakows aus.

In Bulgakows Philosophie spielt die Vergebung, Erlösung und ewige Ruhe eine zentrale Rolle, verdeutlicht durch den Schluss des Romans. Der Teufel ist kein gleichberechtigter Gegenpart zu Gott, sondern dient eher dazu, der Welt mit Schatten mehr Plastizität zu verleihen. Außerdem ist er, so grausam er auch alleine während der Handlung zwei Menschen ermordet, doch nur williges Werkzeug der Erlösung. Wie Levi Matthäus oft die Lehren seines Idols Jeschua missversteht, so auch diesen Zusammenhang: Als er gegen Schluss des Stückes Jeschuas Auftrag an Voland weitergibt, zeigt er nichts als Hass.

Es wird im Roman auch das Thema des Künstlers und der Kunst aufgeworfen. Der Hauptheld des Romans, „der Meister“, verkörpert einen echten Künstler, dessen „Manuskripte nicht brennen“. Eine große Aufmerksamkeit schenkt der Autor auch der menschlichen Liebe, die alles, sogar den Tod zu bewältigen vermag.

 


Oper „Zaporozhets za Dunayem“

„Zaporozhets za Dunayem“ (übersetzt: Saporozhets (Kosak) jenseits der Donau , die auch als "Kosaken im Exil“ zu verstehen ist) ist eine ukrainische komische Oper mit gesprochenen Dialogen in drei Akten, mit Musik und Libretto vom Komponisten Semen Hulak- Artemovsky (1813-1873, ukrainischer Komponist, Sänger (Bariton), Schauspieler und Dramatiker, Freund des ukrainischen Nationaldichters Taras Schevtschenko).

Die Orchestrierung ist von den Komponisten Reinhold Glière und Hryhoriy Maiboroda geschrieben worden. Es ist eine der bekanntesten ukrainischen komischen Opern, welche die nationalen Themen bildlich darstellen.

Mit dem Sujet der Oper versuchte Hulak- Artemovsky auf der Bühne zuallererst die für ihn lieben Gestalten des ukrainischen Volkes, seine Lebensweise sowie die Volkslieder zeigen zu können. Das Sujet versetzt die Zuschauer in die Zeiten Ende des XVIII. Jahrhunderts, als das Kosakenzentrum „Zaporozher Sitsch“ * nach dem Geheiß der russischen Zarin Katharina II durch Moskauer Truppen (1775) zerstört worden sind und ein Teil am Leben gebliebenen Kosaken gezwungen wurden nach Türkei zu fliehen.

Hier gestaltete sich ihr Schicksal sehr ungünstig – die türkische Regierung versuchte die ukrainischen Kosaken als eine bewährte und mächtige

Militärkraft gegen die von ihnen verlassene Heimat einzusetzen.

Im Jahre 1828 während des russisch-türkischen Kriegs kehrte ein Teil von Zaporozher Kosaken mit dem Hetman (Kosakenführer) O. Gladky nach Russland zurück. Kosaken-Zentrum „ Sitsch jenseits der Donau” wurde nachher vernichtet.

Diese Ereignisse wurden zweifellos zur Idee der Schaffung dieser Oper. Allerdings hatte Autor der Oper sie auf eigene Art durchgedacht und auf das XVIII. Jahrhundert verlegt.

Lediglich als Widerhall entfernt sind in der Oper die Erinnerungen über die Vernichtung der „Kosakenfreiheit“ durch den Fürsten Potjomkin (Favoriten von Katharina II) zu spüren. Der Hauptgedanke der Oper besteht nicht in diesen tragischen Erinnerungen, sondern in der Liebe zur Heimat, dem leidenschaftlichen Streben der Zaporozher Kosaken in die Ukraine zurückzukehren.

Premiere der Oper fand im „Mariinsky“- Theater in Sankt Petersburg am 14. April 1863 statt und wurde 1864-65 im Moskauer „Bolschoi“- Theater mit dem großen Erfolg aufgeführt. In der Rolle des Haupthelden „Karas“ trat selbst der Autor auf. Doch kurz darauf, durch den polnischen Aufstand 1863 erschrocken, hatte die Zarenregierung jegliche Äußerungen der Nationalkultur der Völker – die im Bestand des russischen Imperiums waren – den Repressalien unterworfen, weil sie drin eine Tendenz zum „Separatismus“ verdächtigte. Die Zensur verbreitete sich auch auf die Entwicklung der ukrainischen Dramaturgie und des Theaters.

Sujet

Die Handlung läuft in der Türkei im XVIII. Jahrhundert.

Akt 1

Nicht leicht ist das Leben der einfachen Ukrainer in der Fremde unter der Macht des türkischen Sultans. Im Hof der Hütte des Ataman- Kosaken Karas sitzt traurig seine Stieftochter Oksana und träumt von seinem Geliebten, Kosaken Andrej. Sie lässt sich träumen, dass sie mit ihm in die liebe Heimat überfliegt, wo sich die schönen, malerischen und lieben Dnepr-Ufer erstrecken… Die jungen Leute und Mädel sind auch so traurig wie Oksana, versuchen sie zu trösten und gehen alle zusammen aufs Feld arbeiten.

Recht gut besoffener Karas ist ängstlich, sich mit seiner skandalösen Frau Odarka zu treffen. Doch einen Krakeel zu vermeiden gelingt ihm nicht. Sie schimpft ihn und ist von Neugier geplagt, „woher er denn aufgetaucht sei…“ Karas fängt mit allerlei Erfindungen an, mit denen er versucht sie zu überzeugen, dass ihm unterwegs sehr übel wurde und er beinahe gestorben wäre. Doch unter dem Druck seiner hartnäckigen Frau gesteht er, dass er zwei Tage mit seiner Verwandtschaft „gefeiert“ hat. Das bringt die eifersüchtige Odarka endgültig aus der Fassung und der Zank nimmt eine gefährliche Wende.

Akt 2

Der türkische Sultan hat Unruhe im Herzen. Er ist seiner Untertanen – Zaporozher Kosaken – nicht sicher, die alle Gründe haben ihn nicht zu mögen. Er beschloß sich etwas näher mit der Lebensweise und Gemütszustand der Zaporozher Kosaken vertraut zu machen. Dies führte ihn in eine Kosaken-Siedlung und er hoffte, dass man ihn hier nicht erkennen würde. Er kommt direkt zur Hütte, wo der Kosak Karas zu Hause war. Karas ist recht verblüfft in seinem Hof einen unbekannten Türken zu sehen. Er vermutet, dass dieser Unbekannte wegen des mohammedanischen Festes Baia-Frames hier eingetroffen sei, an dem in der Regel selbst der Sultan teilnehmen soll. Der Gast verneint das nicht verspricht dem Karas ihn dem Sultan persönlich vorzustellen. Karas ist höchst geschmeichelt. So eine Nachricht muss unbedingt gefeiert werden, meint Karas, und bietet dem Unbekannten an, eine Flasche „Gorilka“ (ukrainischer selbstgebrannte Wodka) zu „kosten“. In der Zeit, als sich Karas mit Imbiss und „Erfrischungsgetränk“ in seiner Hütte beschäftigt, beauftragt der Sultan seinen Höfling Selikh-Aghu den Kosaken in Sultan-Palast zum Fest zu bringen. Als Karas mit Speise und „Gorilka“ in den Hof zurückkommt, vertraut er seinen Augen nicht – statt seines Gastes sieht er einen anderen, reich angezogenen Türken. Der Höfling Selikh-Aghu gibt ihm türkische Kleidung, damit er sich umzieht und erklärt ihm, dass er während des Festes im Sultan-Palast sich nicht als Ivan, sondern als Urkhan vorstellen sollte. In der Rolle eines „Türken“ wird Karas ins Palais des Sultans zum Fest durch einen Mohren begleitet.

Die jungen Leute und Mädel amüsieren sich nach dem schweren Arbeitstag. Sie werden durch türkische Patrouillen streng aufgepasst. Oksana und Andrej treffen sich nach der langen Trennung zusammen. Sie beabsichtigen durch Überquerung der Donau ihre Heimat zu erreichen. Es scheint ihnen, dass sich die Situation hierfür günstig gestaltet hätte: die Nacht ist dunkel, ein kleines Boot ist abfahrtbereit. Sobald Oksana und Andrej vom Ufer losmachten, wurden sie von türkischen Patrouillen entdeckt, die auf sie sofort zu fahnden anfingen.

Akt 3

Vom Fest im Sultan-Palast zurückgekehrt, spielt Karas die Rolle des „Türken“ „eifrig“ weiter. Seiner total verblüfften Frau Odarka erklärt er, dass er Urkhan heiße und bald in die Moschee zum Gebet gehen solle, sowie die Aussichten habe drei Türkinnen zu heiraten. Odarka denkt zuerst, dass er nach der „Sauferei“ am Vortag angeblich im „D.T. (Delirium tremens)-Zustand verweilt“…, doch was soll denn diese türkische Tracht bedeuten?

Odarkas bittere Meckereien bezüglich ihres schweren Schicksals werden durch den plötzlichen Besuch des türkischen Imams in der Begleitung der bewaffneten Streife unterbrochen, welche Andrej und Oksana festgenommen hat. Der Imam ließ alle Zaporozher Kosaken auf dem Platz der Siedlung zusammenkommen und gibt das Geheiß des Sultans bekannt, in dem heißt, dass jeder Kosak das Herrschaftsgebiet des Sultans ungehindert verlassen und in die Ukraine zurückkehren kann. Sehr erfreute und angenehm überraschte Kosaken, unter denen auch Oksana und Andrej sind, umringen Karas und bitten ihn über seinen Besuch des Sultans zu erzählen. Der Grund solch ungewöhnlicher Entscheidung des Sultans erklärt sich dadurch, dass er den Ausbruch eines Volksaufstandes befürchtete und hat Entscheidung getroffen, die Freiheit den freiheitsliebenden ukrainischen Kosaken freiwillig zurückzugeben.

Anschließend ­­­– allgemeine Freude und Volksfest, die Kosaken tanzen „Gopak“ – berühmten Tanz, der viele sportliche Elemente enthält.

Ukrainische Kosaken

Ab dem 15. Jahrhundert gehörte das ukrainische Gebiet nominell zur Polnisch-Litauischen Union, also zum polnischen (West-Ukraine) und zum litauischen Reich (Ost-Ukraine). Der Herrschaftsbereich war jedoch wegen des Bevölkerungsverlustes durch die Folgen des Mongolensturms stark eingeschränkt und reichte de facto nicht über Kaniw (ukr. Канів; russ. Канев) und Tscherkassy (ukr. Черкасси; russ. Черкассы) nach Süden hinaus. An der Nordküste des Schwarzen Meeres hatte sich hingegen in den Krimtataren ein Herrschaftszentrum etabliert, das sich von den Resten der Goldenen Horde abgetrennt hatte. Die Herrschaft der Tataren war jedoch nicht territorial organisiert, überwiegend an das Zentrum auf der Krim gebunden und beschränkte sich darüber hinaus auf das Einsammeln von Tribut und Raubzüge auf die nördlich gelegenen ukrainischen Grenzgebiete. Der Zwischenraum zwischen Polen, Litauen, Russland und den Krimtataren war ein herrschaftloser Bereich, in dem sich staatliche Macht ausschließlich in den wenigen befestigten Grenzstädten etablieren konnte.

Das Leben in den Grenzgebieten war zunächst auf die befestigten Städte bezogen; der Ackerbau war unterentwickelt, weil tatarische Feldzüge jegliche Siedlungsansätze zunichte machten. Man lebte vom Steppengewerbe, d.h. man verließ die Grenzfestungen in Gruppen, um in den von Tataren gefährdeten Gebieten Fische zu fangen, Bienen zu züchten und Wild zu jagen. Hierzu versammelte man sich alljährlich im Frühjahr in einer der Grenzstädte, schloss sich in einer Gruppe zusammen, wählte einen Anführer und schwor sich Zusammenhalt für die Dauer der Steppensaison. Die hierbei entstehenden Steppenbeutergruppen (Watahy, ukr. ватага) wurden zum Kern der slawischen (ukrainischen) Kosakengruppen. Diese einzelnen Kosakengruppen waren Gemeinschaften von jeweils etwa 20 Mann, die gemeinsam lebten, gemeinsam wirtschafteten, sich gemeinsam verteidigten und nach dem Vorbild der sie bedrängenden tatarischen Reitertrupps auch schon anfingen, erste Beutezüge zu Pferde zu unternehmen.

Die feudale Unterdrückung im polnisch-litauischen und im russischen Hinterland (Zweite Leibeigenschaft) veranlasste im 16. Jahrhundert nun immer mehr Bauern zur Flucht in das südliche Grenzgebiet. Der Zustrom von Menschen führte von der Mitte des 16. Jahrhunderts an dazu, dass die Steppenbeuter an den Flussläufen des Steppengebiets erste Siedlungskerne entwickelten (frühere Bienengärten (ukr. пасеки) wurden zum Kern von neuen Siedlungen) und so langsam in bisher unbesiedeltes Gebiet vordrangen. Andererseits erhöhte sich auch die Zahl derjenigen Menschen, die zwar weiterhin dem Steppengewerbe nachgingen, sich aber immer mehr auch mit ihren Erfahrungen im Kampf gegen Tataren als Söldner verdingten bzw. in ihren Kosakengruppen eigenständige Kriegsunternehmungen initiierten. Das Aktionsfeld für kriegerische Tätigkeiten war allerdings auch groß angelegt und wuchs immer mehr, traten doch nicht nur Polen und das Moskauer Reich (zunächst für Grenzwachtdienste, dann aber auch für kriegerische Feldzüge gegen Tataren, Russen und Schweden), sondern auch litauische Magnaten als Truppenwerber auf, um ihre riesigen Privatarmeen für interne Machtkämpfe zu unterhalten. Daneben förderte auch die tatarische Bedrohung der Gebiete weiterhin die Zusammenschlüsse von Kosakengruppen mit kriegerischem Ziel: Kosaken überfielen aus eigener Kraft tatarische Verbände oder unternahmen auf Booten Seezüge über das Schwarze Meer und plünderten nicht nur einmal Küstenstädte des Osmanischen Reichs.

Bis ins 18. Jahrhundert bildeten die Kosaken keine spezielle soziale Schicht, sie definierten sich vielmehr durch ihre Tätigkeit als Steppenbeuter, später auch – wenn sie in die militärische Organisation der Registerkosaken aufgenommen worden waren – durch die ihnen von der polnischen Krone oder dem Zaren verliehenen Freiheiten und Privilegien als Krieger. Kosaken waren zunächst gegenüber der sozialen Herkunft und dem religiösen Bekenntnis tolerant. Es sind sowohl Adlige, Bauern und Bürger als auch Tataren sowie Kosaken russisch-orthodoxen, unierten und römisch-katholischen Glaubens belegt; bis in die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts finden sich sogar Kosaken jüdischen Glaubens eindeutig in den Quellen belegt. Ein Wandel vollzog sich jedoch im 17. Jahrhundert, als der Zugriff polnisch-litauischer staatlicher und adliger Macht immer zwingender wurde. Die Auseinandersetzung auf der sozio-politischen Ebene führte seit dem dritten Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts zu einer immer deutlicher werdenden Abwehr der Kosaken gegen alles Katholische und - wegen der steigenden Rolle jüdischer Verwalter auf polnischen Adelsgütern - alles Jüdische. In diesem Rahmen wurden die Kosaken zu Trägern einer ukrainischen Eigenständigkeit, die zunächst ausschließlich in Abgrenzung zu allem Polnischen definiert war, im Verlauf der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts jedoch auch inhaltlich die Wurzeln für ein eigenständig gedachtes Ukrainertum legte.

Die Saporozher Kosaken und die Sitsch

In den 1550er Jahren baute der mit den Kosaken eng verbündete Fürst Dmytro Wyschneweckyj eine Festung auf der Dnipro-Insel Mala Chortyzja, um einen Stützpunkt für Angriffe auf die Tataren zu besitzen. Dabei wurde er sowohl von der litauischen als auch von der Moskauer Obrigkeit unterstützt. Diese Festung diente den Kosaken von dieser Zeit an als Vorbild für die Saporoger Sitsch und weitere Festungsanlagen.

Diese Festungen bildeten einen Wendepunkt im Bewusstsein der Kosaken, da sie jetzt einen von der Verwaltung unabhängigen Mittelpunkt besaßen. Hier entstand das Bild der rauhen, trinkfesten Männergesellschaft, dem sowohl mönchische (weil Frauen keinen Zugang zur Sitsch hatten) als auch ritterliche Züge angedichtet wurden. In der Tat errangen die Kosaken jetzt eine gewisse Unabhängigkeit von der polnisch-litauischen Regierung, was von dieser den Türken und Tataren gegenüber auch bestätigt wurde, wenn von jener Seite Klagen über die Angriffe kamen. Gegen Ende des 16. und zu Beginn des 17. Jahrhunderts war das Kosakentum organisiert und in seiner Stellung gefestigt.

Versuche der polnischen Könige Sigismund II., August I. und Stefan I., die Kosaken in ihren Dienst zu nehmen, waren nur vorübergehend und eingeschränkt erfolgreich. Die Kosaken bildeten zu dieser Zeit einen eigenen Stand mit unabhängiger Rechtsprechung und Obrigkeit. Ökonomisch blieben sie jedoch sowohl vom polnischen als auch vom russischen Staat abhängig. Die Kosaken erhielten für ihre Dienste als Verteidiger der russischen südwestlichen bzw. der polnischen südöstlichen Grenze Lebensmittel und Geld, auf das sie angewiesen waren. Diese ökonomische Abhängigkeit einerseits und die politische Unabhängigkeit andererseits führten nicht selten zu Auseinandersetzungen mit den sich festigenden Staaten Russland und Polen-Litauen um Herrschaftsrechte und -pflichten. Bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts war es dem polnischen Staat gelungen, große Teile der Oberschicht der Kosaken in den polnischen Adel, die Szlachta, zu integrieren. So kam es zu inneren sozialen Auseinandersetzungen. Die einfachen Kosaken sahen sich mehr und mehr in ihren Rechten beschnitten. Sie waren meist Wehrbauern und gelangten in eine immer tiefere Abhängigkeit von polnischen Großgrundbesitzern. Hinzu kam, dass der polnische Staat Versuche unternahm, die orthodoxen Kosaken zum katholischen Glauben zu bekehren. Die Gegensätze polnisch-kosakisch, katholisch-orthodox, Großgrundbesitzer-Bauer wurden bestimmend für die Herausbildung des politischen Mythos um die Kosaken.

Im Jahre 1648 setzte sich der Hetman der Saporozher Kosaken, Bogdan Chmelnizki (ukrainisch: Хмельницький/Chmel'nyc'kyj), an die Spitze eines großen Kosakenaufstandes gegen die polnisch-litauische Herrschaft. Seine Gefolgsmänner plünderten weite Teile des polnisch-litauischen Reiches, wobei es unter Beteiligung der dortigen christlichen Bevölkerung zu schweren Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung kam. Den Juden wurde unterstellt, sie stünden unter dem besonderen Schutz des polnischen Königs. Diese Pogrome kosteten möglicherweise bis zu hunderttausend Juden das Leben. Chmelnicki wird auch heute noch in der Ukraine als eine Art Nationalheld betrachtet. Um der Niederlage gegen Polen-Litauen zu entgehen, leisteten die Kosaken 1654 mit Chmelnicki an der Spitze auf der Kosakenrada von Perejaslaw dem Moskauer Zaren den Treueid. Die historische Deutung dieses Treueides ist seither zwischen der Ukraine und Russland umstritten; so wurde der Vertrag von 1654 in der sowjetischen Historiographie als (Wieder-)Vereinigung der Ostslawen gedeutet und 1954 feierlich begangen.

Lange Zeit mussten die Kosaken für den Zaren als leichte Reiterei in den Krieg ziehen und ihr Können wurde vor allem durch ihr Auftreten in den Napoleonischen Kriegen legendär. Sie gehörten zu den letzten Reitern Europas, die den schwierigen Kampf mit der Lanze noch perfekt beherrschten. Manchmal kämpften sie aber auch abgesessen mit Feuerwaffen.

November, 2010