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Die Schiffe in der Nähe des Podol-Dammes am Anfang des 20. Jahrhunderts, Kiew
 
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Die Schiffe in der Nähe des Podol-Dammes am Anfang des 20. Jahrhunderts, Kiew
Dienstag, 16 August 2022

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Artikel > Skythen-Gold in der «Schatzkammer der Ukraine»

Skibin Evgeniy,
Stadtführer, Dolmetscher.

Die goldenen Schätze aus unseren Steppen-„Pyramiden“ versetzen in Entzücken die ganze Welt. Es handelt sich um die einzigartige Sammlung von Skythen-Gold, die im Museum der historischen Kostbarkeiten  der Ukraine - oft als „Schatzkammer der Ukraine“ genannt - aufbewahrt wird. 
Dies zeugt von der erheblichen Bedeutsamkeit dieser Sammlung, welche die „Schönheit“ durch die Jahrtausende präsentiert.

Das Museum befindet sich auf dem historischen Gelände des berühmten Höhlenklosters im gemütlichen zweistöckigen Gebäude des  XVII-XVIII Jh., welches ursprünglich als Bäckerei des Klosters fungierte. Dieses Museum ist das Hauptzentrum für die Aufbewahrung von historischen und  künstlerischen Raritäten, die untrennbar mit der Kultur der Ukraine verbunden sind.
Der Museumsbestand zählt ca. 56.000 Exponate – Gegenstände der Archäologie und der dekorativen Kunst aus  Edelmetallen. In jedem von 9 Sälen macht eine kurze Einleitung (ukrainisch, englisch)  mit der entsprechenden Epoche vertraut; für jeden Museumsgegenstand gibt es  eine lakonische Erläuterung.

Nach dem Umfang ist die skythen- antike Museumsabteilung die größte und umfasst den Zeitraum von  XIII Jh. vor Chr. bis IV Jh. nach Chr.  (Bronzezeitalter, frühe Eisenzeit, Kulturepoche  von iranisch sprachlichen Nomadenvölkern, wie Сimmerians, Skythen, Sarmaten sowie der griechischen Städte). Bedeutenden Teil dieser  Museumsabteilung besitzt die einmalige Sammlung von „Skythen-Gold“, das während der archäologischen Ausgrabungen der Skythen-Grabhügel gefunden wurde. Die Skythen waren ein Nomadenvolk, das im VII-III Jh. vor Chr. die weiten Steppen der heutigen Ukraine beherrschte.

Als Gegenstände von Weltbedeutung gelten in dieser Sammlung die Meisterwerke der antiken Juwelierkunst. Die skythen- antike Kunst ist hier durch die zahlreichen Erzeugnisse  vertreten, wo jedes davon einmalig und bemerkenswert ist sowie unschätzbare historische Bedeutung besitzt.

Dennoch würden wir gerne Ihre Aufmerksamkeit  auf dem echten Stolz des Museums, dem berühmten goldenen „Pektoral“ (Brustschmuck) konzentrieren. Pektoral ist 1971 während der archäologischen Ausgrabungen im Hügelgrab „Dickes Grab“ (vor der Stadt Ordzhonikidze, Dnepropetrovsk-Gebiet) vom bekannten ukrainischen Archäologen  und Dichter B. Mozolevsky gefunden.  

Neben den Schätzen von Tutanchamun   ist Pektoral  zum bedeutendsten archäologischen Fund des XX. Jh. geworden. Pektoral ist der Brustschmuck  eines Skythen-Zaren des IV. Jh. vor Chr.: Gewicht ca. 1148 Gramm, ø 30,6 cm, ausgeführt  aus Gold (Gattung 958) in Gusstechnik mit Anwendung von Löten, Prägung,  Filigran,  Emaille  etc.    

Das lateinische Wort „ pectorālis“ bedeutet " Brust- ". Doch nicht jeder Brustschmuck beinhaltete  solchen höhen Begriff Pektoral, sondern nur der, welchen z.B. ein Ägyptischer Pharao, ein Römischer Imperator,  ein höchster Würdenträger  der antiken Welt  berechtigt war zu tragen.
Goldenes Pektoral ist weltweit anerkanntes   Meisterwerk der antiken Meister. Die Kompliziertheit der Verflechtungen von drauf gezeigten Darstellungen  und deren  Zielkurse spricht für außerordentlich höchstes Können und hervorragende Kunstfertigkeiten der Meister.
Erstaunliche Schönheit dieses Kunstwerkes sowie dessen außerordentlicher Stellenwert zeugen von   der Mächtigkeit des Szythen-Reiches. Die Archäologen verbinden die Schätze des Hügelgrabs „Dickes Grab“ mit den Regierungszeiten des Skythen-Zaren Atey.

Als Werkschöpfer des goldenen Wunders könne ein Hellene -  Nachkomme der Umsiedler  aus Mittelmeerregion vermutet werden, die an der Küste des Pontus Evksinsky (heute das Schwarze Meer) in VII-VI Jh. vor Chr. ansässig waren. 

Obwohl einige Forscher der Ansicht sind, dass er sich als ein ethnischer Szythe erweisen konnte  (in Bezug darauf, dass dem Werkschöpfer  die Szythen-Mythologie sowie die Sitten und Bräuche dieses Volkes sehr gut bekannt waren sollten), der  offensichtlich eine längere Zeit in der Stadt Pantikopeya gelebt und gelernt haben sollte, die damals als Hauptstadt des Juweliergewerbes des Nordens  von Schwarzen Meer gegolten wurde. Der Meister beherrschte perfekt alle Feinheiten der antiken Juwelierkunst.
Über die inhaltlichen Darstellungen, welche Pektoral aufweist,  wird schon mehr als drei Jahrzehnte diskutiert…  Im Grunde  genommen,  existieren diesbezüglich drei Versionen:

Version 1: Modell des Universums


Dreireihiger Aufbau von Pektoral sollte die Vorstellung von Skythen über das Universum  darstellen. Die untere Reihe zeigt den Kampf der Pferde mit den phantastischen Greifen, die wilden Tiere sind hier auch vorhanden. Dies kann die Welten von Naturkräften, Dämonen versinnbildlichen, deren Wurzeln ins unterirdische Reich, den Besitz der Toten  zurückreichen… 

Die mittlere Reihe kennzeichnet sich durch die großen mit blauer Emaille verzierten Blumen, Darstellungen von Ästen und Vögeln. Sie kann den Lebensbaum, das Attribut von der Skythen- Göttin Tabit symbolisieren. Die Komposition beeindruckt durch ihre  Ausdruckskraft, die Alltagsepisoden im Nomadenleben.

Es wird angenommen, dass hier nicht einfaches Alltagsleben, sondern die Lebensart  der „höhen Gesellschaft“ dargestellt ist, u. zw. wie der feierliche Ritus des Neujahrfestes gefeiert wird. In zwei Männergestallten, die mit dem Schaffell treiben,  sind die legendären Zaren zu erkennen, welche ein magisches Gewand aus dem goldenen Vlies nähen. 

Das Neue Jahr begann bei Skythen in der Frühjarstagundnachtgleiche  - am Ende März als alles „Lebendige“ die Frische  des Frühlings atmet. Das Neujahr bedeutete für die Skythen sehr viel, es war das bedeutsamste Sakralfest. Sie glaubten daran, dass ihre Zaren an diesem Fest die Anregung zum ganzen Jahreszyklus, lebenspendenden Naturkräften geben sollten. Die ganze Komposition trägt zweifellos die religiöse Bedeutung.
Drei Welten — Wurzeln, Stamm und  Krone des Weltbaums. Sie bedeuteten die Reiche der Toten, der lebenden Menschen und der hohen Gottesgeschöpfe – dies  beinhaltete die Grundlage der Kosmogonie vieler Volksstämme. 
Die Darstellungen von Tieren haben auch einen symbolischen Charakter. Der Hase, z.B. symbolisiert in der Skythen- Mythologie das „Glück“ (es ist gleich so schwer erreichbar, scheu, vor kleinstem Geräusch fürchtend). Während der Neujahrfeierlichkeiten wurde von den Männern jegliches Stammes die Ritus- Jagt auf den Hasen veranstaltet. Zwei Grashüpfer  (laut Entomologen soll es hier um ein Pärchen gehen -  ein Männchen  und ein Weibchen) symbolisierten die Fortsetzung der Generation.

Version 2:  Landkarte vom Skythen-Besitz

Auf dem Pektoral ist die symbolische Landkarte vom altertümlichen Skythen-Besitz (sog. „Skythen Platz/Quadrat“, laut Herodot) mit dem Schwarzen Meer und anliegenden Ländereien eingeprägt. Es  ist gut sichtbar drauf die Meeresküstelinie von Bosporus bis zum Kaukasus.
Auf der Landkarte fehlt das Asowsche Meer.  Die ukrainischen Archäologen-Taucher erklären das durch die Tatsache, dass im Altertum das „asowsche“ Wasserspiegel um 9-12m tiefer als zurzeit war. Die Straße von Kertsch (von den alten Griechen Kimmerischer Bosporus genannt  ist eine Meerenge in Osteuropa, die das Schwarze Meer mit dem Asowschen Meer verbindet) existierte damals noch nicht.
Es gab in der Tat nur einen Süßwassersee  Meotida, der eigentlich auf dem Pektoral vorhanden ist!..

Es ist wichtig darauf hinzuweisen, dass sämtliche Kalender-Gestalten auf dem Pektoral nach ihren Umrissen den 16 Sonderterritorien ähnlich sind, welche einst zum Bestand  des Großen Skythien (VI Jh. vor Chr.) gehörten.  Es handelt sich hier um die sog. legendären “segenreichen Erden“, die sich von Altai bis zum Spanien ziehen.

Im Zentrum ist das Hauptland – Skythien (heutige Ukraine). Auf dem Pektoral ist es in der Form vom Hammelfell dargestellt, welches zwei Szythen-Zaren, die Brüder Pal und Nap – Nachfahren des legendären Skyth (Name) - tragen, was angeblich die Doppelherrschaft bedeuten sollte.
Auf dem Hammelfell kann man die Halbinsel Krim sowie die charakteristischen Umrisse vom Süden  der Ukraine unterscheiden! Die Rundungen bedeuten die Berge und Erhöhungen, die tiefen Linien sind die Flüsse. Im goldenen Flechten sind die Territorienteile von heutigen Russland, Moldau, Georgien, Rumänien, Bulgarien, Türkei zu erraten…
Offensichtlich war diese ganze geographische Weisheit 2500 Jahre zuvor nur den extra ausgebildeten Personen wie Priester, Zaren, Heerführer verständlich… Herrscher des Landes trug immer das Schema seines Besitzes mit!

Version 3:  Kalender

  Einige Forscher meinen, dass ein Jahr laut Skythen-Theorie 16 Monate je 23 Tage enthalten sollte und seine Struktur auf 368 Tage (16 x 23 = 368) berechnet ist.  Obwohl den Szythen schon damals bekannt war, dass ein Jahr 365 Tage hat. Für die Korrektur der Zeitrechnung nach ihrem Kalender  nahmen sie einfach 3 Tage (21, 22,23 Juni) in der Zeitperiode der Sommersonnenwende nicht in Betracht (368-3=365). Im Schaltjahr wurden 2 Tage – 22,23 Juni nicht berücksichtigt (368-2=366). Die Zeitrechnung  erfolgte auch per lange Perioden je 16 Jahre – sog. Szythen –„Indictions“, deren  Namen wiederholten die Monatsnamen (eine griechische „Indiction“  war einst 15 Jahren gleich).  

Die Skythen waren die Heiden, deshalb war jede Zeiteinheit  (Tag, Monat, Jahr, Indiction etc.)  durch eine bestimmte Gottheit in der Gestalt eines Haustieres versinnbildlicht, die auf dem Pektoral im Kreise  angeordnet sind. Insgesamt zählten sie 16 Haustiere – was „Tierkreis, Tierkreiszeichen“ bedeutet. Das Neujahr wurde am 21. März, dem Tag der Tagundnachtgleiche gefeiert, dabei die Zeitabzählung erfolgte wie heute ab 01. Januar laut Gregorianischen Kalenders.

Der Skythen-Sommer  dauerte vom 03. Apriel bis zum 30.September. Auf dem Pektoral sind die Szythen  vor dieser Zeitperiode in warmen Gewändern  und im Sommer halbnackt dargestellt. Pektoral ist außerdem noch eine präzise astronomische Vorrichtung – die uralte Sonnenuhr.

Schon über 30 Jahre wird die Sammlung von „Szythen-Gold“ samt deren Perle Pektoral in Europa, Japan, Kanada, USA bewundert. Die Expositionen der Ausstellungen werden in den Prestigemuseen der Welt, wie z.B. dem Großen Palast von Champs Elysees untergebracht. Den Besuchern werden auch die Bilder, Pläne, die Schnitte von Skythen- Grabhügeln  etc. vorgeführt.
Man sagt, dass es recht schwierig sei, die Pariser mit etwas überraschen zu können. Doch, das „Skythen-Gold“  scheint sie zum Staunen gebracht zu haben.   «Mit dem Lande, das über solcher Art Schätze verfügt, kann man zu tun haben», — meldete eine der französischen Zeitungen.
In unserer schönen Stadt weilend, würden wir Ihnen inständig empfehlen etwas Zeit für den Besuch der „Schatzkammer der Ukraine“ aussuchen zu können. Wir sind sicher, dass dies ein wahres Erlebnis  Ihrer Reise werden soll!