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Die Brest-Litovsker Autobahn in der Nähe vom Kiewer Polytechnischen Institut (heutiger Sigesprospek) am Anfang des 20. Jahrhunderts.
 
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Die Brest-Litovsker Autobahn in der Nähe vom Kiewer Polytechnischen Institut (heutiger Sigesprospek) am  Anfang des 20. Jahrhunderts.
Dienstag, 18 Januar 2022

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Artikel > Hier wandern die Erinnerungen an verflossene Jahre

Mariinsky Park

Helena SMOVZHENKO, Stadtführerin.
Extra für «Prime Excursion Bureau».

 Sobald Sie von der Hektik und Lärm der Stadt müde werden, von Betrachtung des unendlichen Verkehrsstroms   und Einatmung der Luft von modernsten Errungenschaften der Zivilisation satt haben sowie Ihnen einfach Ruhe und etwas ungewöhnliches, romantisches fehlen würden, kommen Sie dann hier bestimmt zurecht… Hier, wo die verwickelten Alleen im englischen Landschaftsstil eine Menge von Geheimnissen der Vergangenheit in sich geheim halten und die Bäume fähig sind die unausstehlichste Hitze zu ertragen, wo die Zeit ihren Lauf verlangsamt und macht sich auch auf einem Bänkchen bequem - hier im Mariinsky Park!

 Jetzt erwacht er aus dem dauernden Winterschlaf. Erwachen die Kastanienbäume, Linden, spitzblätterige Ahorne, Rosebäume,  Sakura – Flora des Parks beinhaltet über 80 Pflanzennamen.

Ich habe nebenbei mit einem Wort von jeglichen Geheimnissen erwähnt. Es ist doch gar kein Werbetrick. Hier ist beispielsweise eines davon, welches selbst  im Namen des Parks „Mariinsky“ steckt.

 Im XIX. Jahrhundert befand sich hier direkt vor dem Zarenpalast Paradeplatz der Stadt. Diesen galt man für den Hauptplatz und nannten Schlossplatz. Doch die damalige Macht war durch die Spaziergänge der Städter und die Kutschenfahrten drauf nicht begeistert. Wie auf dem Mars-Feld des Alten Roms fanden hier nur die Militärparaden und Übungen statt. Und im Großen und Ganzen stand dieses Gelände leer – staubbedeckt und trüb sogar während der üppigen Blütezeit.

Welcher Frau konnte sich so was gefallen lassen? Diese fade Landschaft hatte auch der Gattin des Imperatoren Alexander II gar nicht gefallen. Und Maria Alexandrovna initiierte 1874 auf diesem Platz einen Park anzulegen. Mag sein, dass gerade auf solche Weise versuchte die Frau in ihr Leben etwas Trost und Freude einflößen zu können...

Mariinsky-Palast
Grabmal des Armeegenerals Vatutin
 Stadtvilla des Doktors Poljakov
Brücke der Verliebten

Gattin von Alexander II

Die würdevolle Ehefrau von Alexander II war schön und attraktiv, doch gesundheitlich schwach (litt an Tuberkulose). Dessen ungeachtet hatte Maria Alexandrovna acht Kinder geboren, von denen sechs reifes Alter erreicht hatten. Die Krankheit wollte nicht zurückweichen und die Ärzte hatten der Frau die ehelichen Beziehungen aufs allerstrengste verboten, als 38 Jahre alt war. Der legitimen Ehefrau blieb nur zu beobachten, wie im Leben ihres leidenschaftlichen Gatten die Passionen für andere Frauen zum Vorschein kamen. Unter denen – feurige Liebe zu Fürstin Katherine Dolgorukaja. Wollen Sie bitte zugeben, dass diese Tatsache Maria Alexandrovna mit keinem „Trost“ erfüllt…

In solcher trostlosen Periode ihres Lebens nahm sich Maria Alexandrovna vor, mit Arrangement des Kiewer Parks zu befassen. Es soll eigentlich gar nicht bedeuten, sie hätte ihrer Dienerschaft einfach veranlassen etwas zu tun, sondern hat für diese Wohltat ihre eigene Geldmittel zugewiesen.  Und dies zeigte die entsprechenden Ergebnisse: die Veranstalter dieser Arbeit legten ihr die Rechenschaft für jede ausgegebene Kopeke und fürchteten zu stehlen.

Und zogen sich zur Sonne die jungen Setzlinge, spielten sich durch mannigfaltige Farbenschattierungen die Blumen auf  geräumigen Beeten, erhob sich das Gezwitscher der Vögel. Sie freuten sich wahrscheinlich auch auf solch ein unerwartetes Geschenk. Mittlerweile wurden doch die Augen der Imperatorin immer mehr trauriger...

 Ihr Gatte kam inzwischen auf den Gedanken die „Rivalin“ im Winterpalast zu unterbringen. Imperator Alexander II und Fürstin Katherine Dolgorukaja hatten die gemeinsamen Kinder zur Welt gebracht. Für offenherzige und tief fromme Maria Alexandrovna war solcher Sachverhalt zu bedrückend. Denn es nicht wichtig ist, wer du bist – einfache Bäuerin aus der Provinz, berühmte Schauspielerin in einem Opernhaus oder gekrönte Person  aus der Romanow-Dynastie – jede Frau möchte die Einzige für seinen Geliebten sein...

Im Jahre 1880 verstarb Maria Alexandrovna. 5 Jahre danach ließ sich der verwitweten Imperator mit Fürstin Dolgorukaja kirchlich trauen, wodurch er auch die drei unehelichen Kinder legitimierte. Sie erhielten den fürstlichen Titel und den Familiennamen Jurjewsky.

Wahrscheinlich hatte er es so eilig, weil er das Vorgefühl seines baldigen Todes hätte. Denn Alexander II hatte sechs Mordanschläge erlebt. Der siebende wurde für ihn fatal  (am 1. März 1881 als der Zar nach der Wachablösung in der Michail-Manege auf dem Heimweg war, wurde unter seine Schlittenkutsche eine Bombe geworfen). Und die Seele des liebreichen Imperators flog zur ersten Gattin hinauf...

Alexander Newski-Kirche

 Das Andenken an Maria Alexandrovna ist im Namen dieses Parks verewigt worden, der für eine der beliebtesten Erholungsstätten Kiews gilt. Leider ist die Kirche im Mariinsky Park nicht erhalten, die hier einst gestanden hatte. 1889 hatte diese der Architekt Vladimir Nikolajev im altrussischen Stil gebaut. Diese Kirche war dem Fürsten Alexander Newski, dem heiligen Patron des nächsten Imperators Alexander III gewidmet. Seine Regentschaft dauerte nur 13 Jahre lang. In dieser Zeit wurde das Land in keinen Krieg verwickelt, wodurch Alexander III als „Peacemaker“ getauft wurde.

 Am 17. Oktober 1888 fand an der Eisenbahnstation Borky das Eisenbahnunglück mit dem Zug statt, mit dem die Zarenfamilie aus der Krim heimfuhr.  Alexander III, der wahrlich übe eine Riesenkraft verfügte, hielt das zusammengebrochene Dach des Waggons solange, bis seine Gattin, Kinder und Dienerschaf herausgekrochen waren. Als Dankbarkeit dem Herrgott für ihre wundervolle Rettung entstanden im ganzen Imperium viele Kirchen und Kappelen. Kiew war keine Ausnahme hierfür.

In 30-er Jahre während des Stalin-Regimes wurde die Kirche abgebaut. Heute erhebt sich an deren Stelle das Monument für Armeegeneral Nikolai Vatutin, der am 6. November 1943 Kiew befreit hatte. Die Granitstatue am Grabmal des berühmten Heerführers stammt von seinem Freund, Bildhauer Eugenie Wutschetisch.

In der Zeit des Ersten Weltkrieges spielte im Mariinsky-Park  Blasorchester. In den Alleen dieses Parks konnte man oft eine zarte Frau in Trauer sehen – verwitwete Imperatorin Maria Fjodorovna. Anfang 1915 kam sie nach Kiew und entfaltete eine eifrige Tätigkeit: organisierte die Behandlung von Verwundeten  in Hospitalen, Sanitärzügen und Sanatorien, deren Versorgung mit Medikamenten. Der Park war ihr Lieblingsort für die Spaziergänge. Dabei wurde es nicht verboten den Städtern anderer Bevölkerungsschichten hier zu bummeln. Die meisten suchten die Gelegenheit in die Allee abzubiegen, wo Maria Fjodorovna  spazierte, um sie begrüßen zu dürfen.

Die verwitwete Imperatorin wohnte in der Nachbarschaft des Mariinsky- Palastes, der auch heute das Auge durch dessen schlichten Reiz erfreut:  türkisblaue Frische der Mauer, den hellgelben Glanz der Säulen und Gesimse, schneeweißen Stuck und Balustraden. Das Meisterwerk des berühmten Bartolomeo Rastrelli sieht besonders elegant aus in der Umgebung von Smaragdgrün der  üppigen Vegetation. Aber auch das Gold des Herbstes und silberner Reif auf Zweigen „steht ihm einmalig gut“.

 Maria Fjodorovna, Mutter des Imperators Nikolai II, war die letzte Vertreterin der Zarenfamilie, die im Kiewer Palast wohnte. Am 15. Mai 1916 versammelte sich hier die ganze Familie: Nikolai II, seine Gattin, ihre schönen Töchter und der Sohn – Thronnachfolger Alexei. Der zwölfjährige Junge war Liebling der Großmutter und ihr größter Seelenschmerz: er litt an unheilbare Krankheit Hämophilie (Bluterkrankheit). Der letzte Aufenthalt der Zarenfamilie in Kiew dauerte 4 Tage...

Wenn ich auch den Reiz des Palastes als schlicht definierte, strebten die reichen Städter (welche die Baumöglichkeit in der Nähe hatten) diesen durch die Pracht zu übertreffen. An der geradzahligen Seite der Gruschevsky-Straße-Nr. 22 ist die ehemalige Stadtvilla Doktors Poljakov zu erblicken. Achten Sie bitte darauf, dass sie denselben Anstrich wie Meisterwerk von Rastrelli hat. Die Fassade ist sogar prachtvoller dekoriert. Dies ist eine Art Herausforderung eines reichen Privatbesitzers der Monarchiegröße gegenüber. Nicht zufällig nennt man diese Villa als „kleine Kopie des Palastes“. Dieses Bauwerk hatte der Architekt Troupjansky (Baujahr 1910) projektiert.

Und jetzt lassen wir uns in den Mariinsky-Park zurückkehren... Auch heute vereinbart man hier die Rendezvous, spazieren die jungen Mütter  mit Kinderwagen, bedenken ihre Meisterwerke  Dichter und Künstler, fahren Roller Skates die Jugendlichen…  Durch die Alleen kursiert ein kleiner Zug, mit dem jeder eine Kurzfahrt mitmachen kann.

Was die Ordnung angeht, ist diese hier fast ideal. Das erklärt sich einigermaßen durch die Lage des Parks (Regierungsviertel, in der Nähe Parlament, Ministerkabinett etc.). Чисто, аккуратно и охраны больше, чем зданий на самой улице, наверное. Es macht tatsächlich viel Spaß hier zu spazieren, sogar spät in der Nacht. Wenn Sie nach Kiew kommen, besuchen Sie unseren Park. Ich bin sicher, dass er Ihnen gefallen wird. Und noch…, lassen Sie sich dort unbedingt der Stille lauschen… denn durch die Parkalleen leise die Erinnerung an verflossene Jahre wandert…

März 2011.